In der Schlussphase kam es nach den beiden Dortmunder Treffern zu hitzigen Szenen. Foto: Pressefoto Baumann

Provokationen, Rudelbildungen, Gegenstände auf dem Rasen: Die Schlussphase sorgte für Gesprächsstoff. Der VfB-Trainer hat dazu eine klare Meinung, auch die Dortmunder äußern sich.

In der Nachspielzeit kochten die Emotionen hoch. Zwei späte Tore sorgten für ein unerwartetes Finale im Topspiel und brachten Borussia Dortmund doch noch einen 2:0-Sieg beim VfB Stuttgart, was die BVB-Profis nach ihren Treffern vor der Cannstatter Kurve bejubelten. Das wiederum versetzte die VfB-Fans in Aufruhr: Mehrere Anhänger kletterten in den Innenraum, ein Stuhl flog aufs Spielfeld, wo es auch zu Rudelbildungen zwischen Spielern beider Mannschaften kam. Wenige Minuten später hatte sich das Ganze wieder beruhigt, Thema waren die Szenen nach Abpfiff dennoch.

 

Dass dabei Provokationen vonseiten der Dortmunder im Spiel waren, stritt keiner der Beteiligten ab. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß aber war mit der Reaktion hierauf nicht einverstanden – und kritisierte die Vorgänge im Anschluss deutlich: „Unsere Spieler und Fans hatten das Gefühl, dass zu lange in unserer Kurve gefeiert wurde. Es ist nicht meine Meinung – ich will damit nur beschreiben, was der Auslöser war.“

Sebastian Hoeneß: „Das kann ich nicht befürworten“

Zwar habe der Spielverlauf wie auch das insgesamt intensive Duell die Atmosphäre hitzig werden lassen, so Hoeneß: „Trotzdem muss ich auch klar sagen, dass mir die Bilder nicht gefallen haben. Ich kann meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass wir nicht auch mal in der gegnerischen Kurve gestanden haben und gefeiert haben. Nicht mal um zu provozieren, sondern weil der Weg zu den eigenen Fans ein bisschen weit war.“

VfB-Kapitän Atakan Karazor sah infolge der Rudelbildung in der Schlussphase von Schiedsrichter Robert Schröder die Gelbe Karte. Foto: Baumann/Julia Rahn

Das sah der Dortmunder Sport-Geschäftsführer Lars Ricken ähnlich. „Wir können ja nicht ein Tor schießen und sofort in die eigene Hälfte laufen, um dort zu jubeln.“ Er habe sich die Bilder am Fernseher nochmals angesehen: „Und ich finde nicht, dass es ein übermäßig provokanter Jubel war. Nach ein paar Pfiffen hätte es weitergehen können. Ich fand die Reaktion auf unseren Jubel doch einigermaßen unangemessen.“

Aus Sicht von Hoeneß überlagerten die Vorgänge die eigentlich lange Zeit positive und stimmungsvolle Atmosphäre dieses Fußballabends. „Es war so laut, so knisternd im Stadion. Das ist eigentlich das, was in Erinnerung bleiben sollte. Und nicht die Bilder, die es am Ende gab. Das kann ich nicht befürworten.“