Pascal Stenzel steht bereits seit 2019 beim VfB unter Vertrag. Foto: Pressefoto Baumann

Mister Zuverlässig ist nach Monaten ohne viel Spielzeit wieder im Blickpunkt mit realistischen Startelf-Aussichten für Sonntag. Was Trainer Sebastian Hoeneß an ihm schätzt und wie seine Chancen für das Pokalfinale stehen.

Eine gefühlte Ewigkeit musste Pascal Stenzel auf diese Chance warten: Seit Dezember des vergangenen Jahres hatte der Rechtsverteidiger nicht mehr in der Anfangsformation des VfB Stuttgart gestanden, bis es zuletzt am Hamburger Millerntor mal wieder so weit war. Beim FC St. Pauli (1:0) zeigte der 29-Jährige eine grundsolide Leistung, die sich auch in den statistischen Werten wie der Zweikampfquote (60 Prozent) oder der Passquote (86 Prozent) widerspiegelte.

 

Entsprechend zufrieden war auch Cheftrainer Sebastian Hoeneß: Stenzel habe es „gut gemacht, bis er raus musste, weil seine Wade zugemacht hat nach einem Schlag.“ Wie es zum überraschenden Einsatz überhaupt kam? Zum einen war durch den verletzungsbedingten Ausfall von Leonidas Stergiou auf der Position rechts hinten eine Türe aufgegangen.

Zum anderen aber stellte Stenzels Einsatz mitnichten einen zwangsläufigen Automatismus dar. Es hätte Alternativen gegeben. In Person von Josha Vagnoman zum Beispiel, der nach seiner Mittelfuß-Verletzung wieder fit ist. Oder durch die beiden Innenverteidiger Finn Jeltsch und Ameen Al-Dakhil, die unter Hoeneß jeweils auch schon auf der Außenverteidiger-Position gespielt haben.

Sebastian Hoeneß: „Er hat sich immer tadellos verhalten“

Die Wahl aber fiel auf Stenzel, der sich damit zurückgemeldet hat nach schwierigen Monaten. Beim VfB blickt er ohnehin schon auf eine lange Zeit mit Höhen und Tiefen zurück. Seit 2019 steht Stenzel nun schon in Bad Cannstatt unter Vertrag und zählt damit zu den dienstältesten Profis im Kader neben Kapitän Atakan Karazor und Ersatztorhüter Fabian Bredlow. Längst hat der gebürtige Ostwestfale eine wichtige Rolle auch abseits des Rasens inne, Stenzel ist teamintern geschätzt und Teil des Mannschaftsrates. „In den letzten Monaten war es für ihn sicher nicht einfach. Er hat sich aber tadellos verhalten, weil er ein überragender Typ ist“, sagt Hoeneß „er gibt uns viel. Auch im Training, auch wenn er nicht spielt. Deswegen bin ich froh, dass ‚Calle’ bei uns ist.“

Und auf dem Platz? Liefert der 29-Jährige auf der einen Seite fast immer verlässliche Auftritte mit der nötigen Ruhe am Ball und einem guten Passspiel – hat zugleich aber auch Defizite in Sachen Tempo, weshalb ein Einsatz auch stets von den Erfordernissen des jeweiligen Spieltags und Gegners abhängt. In die Karten lassen schauen wollte sich Hoeneß hierbei nicht. „Er hat ein gutes Spiel gemacht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass Josha zurück ist, weil er uns auch sehr viel geben kann mit seiner Physis und seiner Athletik.“

Sowieso stehe die Elf für das Pokalfinale am 24. Mai auch nach dem Spiel am Sonntag noch längst nicht fest. „Man muss jetzt nicht davon ausgehen“, betont Hoeneß, „dass die Mannschaft, die am Sonntag beginnt, auch im Pokalfinale beginnt.“ Natürlich aber bestehe die Möglichkeit, sich über gute Leistungen in eine entsprechende Verfassung zu bringen und in eine gute Form zu zeigen, so der Stuttgarter Trainer. In dieser Hinsicht sind Aussichten für Stenzel so gut wie lange nicht.