Bochums Philipp Strompf ist im Pokalspiel gegen den VfB der große Pechvogel gewesen. Eigentor und Feldverweis – das hatte zuvor erstmals ein Stuttgarter Profi geschafft.
Er war der große Unglücksrabe vor 25 940 Zuschauern im Bochumer Ruhrstadion. Zunächst hatte der VfL-Verteidiger Philipp Strompf den VfB Stuttgart am Mittwochabend im Achtelfinale des DFB-Pokals mit einem Eigentor per Kopf in Führung (12. Minute) gebracht. Dann flog der gebürtige Mosbacher kurz vor dem Pausenpfiff nach einer Notbremse gegen Deniz Undav auch noch vom Platz (45.+1).
Einen Pechvogel des Tages mit einem Eigentor und einem Platzverweis, den hat es auch beim VfB Stuttgart schon gegeben. Es war damals allerdings ein Novum im Bundesliga-Fußball.
Es geschah in der Saison 2019/20, als die Cannstatter unter dem Trainer Tim Walter in der zweiten Liga den sofortigen Wiederaufstieg anpeilten – und ihn letztlich am Saisonende nach dem Wechsel von Walter auf Pellegrino Matarazzo auf der Position des Chefcoaches auch erreichten.
Am 26. Juli 2019 trat der VfB zunächst aber am 1. Spieltag der Saison zu Hause gegen Hannover 96 an. Durch Tore von Mario Gomez (29.) und Daniel Didavi (36.) lagen die Stuttgarter bereits 2:0 in Führung, als der Stuttgarter Innenverteidiger Maxime Awoudja per Eigentor auf 1:2 stellte (39.).
Kurios dabei: Es war das Profidebüt von Maxime Awoudja, der zudem kurz zuvor gerade erst für den am Knie verletzten Marcin Kaminski eingewechselt worden war. Mit dem ersten Ballkontakt bugsierte der Debütant den Ball vorbei an VfB-Torwart Gregor Kobel zum 1:2 ins eigene Tor.
Das war dann letztlich auch der Endstand – doch nicht das Ende der Leidensgeschichte von Awoudja, der in 85. Minute auch noch von Schiedsrichter Felix Brych mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Platzverweis und Eigentor – das war vor Awoudja in der ersten und zweiten Liga zuvor noch niemandem passiert.
Damals für eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro vom FC Bayern München II als Wunschspieler von Tim Walter nach Stuttgart gekommen, konnte sich Awoudja letztlich auch nicht am Wasen durchsetzen. Lediglich einen weiteren verkorksten Einsatz am 11. Spieltag im VfB-Dress beim 2:6 in der Partie beim Hamburger SV ließ der Defensivspieler noch folgen. Im Saison-Endspurt stand der Verteidiger-Pechvogel dann aufgrund eines Achillessehnenrisses nicht mehr zur Verfügung.
Im Januar 2021 wechselte Awoudja letztlich zu Türkgücü München. Aktuell spielt der 27-Jährige in der Regionalliga-Nordost für Rot-Weiß Erfurt.