Der VfB Stuttgart hat in Istanbul Lehrgeld bezahlt. Wieder einmal. Foto: IMAGO/Seskim Photo TR

Bei Fenerbahce hat der VfB wieder einmal Lehrgeld bezahlt. Nur wenn sich das ändert, wird der Club sein Ziel erreichen können, meint unser Redakteur Philipp Maisel.

Nach einem Spiel wie dem des VfB Stuttgart bei Fenerbahce SK ist es eigentlich einfach, Gründe für die Niederlage zu benennen. Angefangen bei Angelo Stillers Aussetzer, über den zurückgenommenen Elfmeter, bis zur Riesenchance von Deniz Undav in der Schlussphase, die den verdienten Ausgleich bedeutet hätte.

 

Doch damit macht man es sich zu einfach. Denn es handelt sich nur um Symptome – die eigentliche Ursache für die knappe Pleite ist, dass es dem VfB auf internationalem Parkett am letzten Quäntchen Abgeklärtheit gefehlt hat, um diese Schlacht in der hitzigen Atmosphäre des Sükrü-Saracoglu-Stadions zu bestehen. Auch wenn die Mannschaft, das darf man ihr durchaus attestieren, gut dagegengehalten hat und sich nicht allzu sehr vom Gegner hat beeindrucken lassen, ein klein wenig hat eben doch gefehlt.

Tabellarisch herrscht nun ordentlich Druck

Dann hätte man wie vom Trainer moniert in der wilden Schlussphase wohl kühlen Kopf bewahrt, Ordnung und Struktur behalten, den Gegner mehr unter Druck setzen können. Das ist nicht passiert. Das Gute jedoch ist: Um diesen Reifegrad zu erreichen, braucht es Niederlagen. Weil man aus ihnen mehr lernt als aus Erfolgen.

Nichtsdestotrotz: Nur wenn die Mannschaft diese Prozess vollzieht, kann es was werden mit dem großen Ziel vom Erreichen der Zwischenrunde. Tabellarisch hat sich die Truppe nun selbst ordentlich Druck gemacht. Jetzt muss der Lerneffekt her.