Jubellauf: Maximilian Mittelstädt freut sich über sein Tor für den Vfb Stuttgart Foto: Baumann/Alexander Keppler

Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß hat geschlossen überzeugt. Das spricht für die Breite des Kaders, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Der Moment ist zum Genießen. Souverän 3:0 beim VfL Wolfsburg gewonnen und der VfB Stuttgart hat seine Position im Spitzenfeld der Fußball-Bundesliga behauptet. Das sieht gut aus, doch sowohl der Trainer Sebastian Hoeneß als auch der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth haben darauf verwiesen, dass die Tabelle nach sieben Spieltagen nicht allzu viel aussagt. Zu Recht – denn die Rangliste nimmt erst eine feste Form an. Dennoch bleibt festzuhalten, dass der VfB gut aus der Länderspielpause herausgekommen ist und in der Erfolgsspur seine Entwicklung vorwärtstreibt.

 

Der Sieg gegen schwache Niedersachsen – der Auftritt grenzte teilweise an Leistungsverweigerung – zeigt, dass bei den Stuttgartern die Richtung stimmt. Die stabile Defensive bildet die Basis für eine funktionierende Offensive, die auch ohne den verletzten Torjäger Ermedin Demirovic in Schuss kommt. Tiago Tomas (35.), Maximilian Mittelstädt (55.) und Angelo Stiller (80.) erzielten die Treffer während einer dominanten Vorstellung mit Überraschungsfaktor.

Nikolas Nartey stand nach mehr als zwei Jahren in der Startelf, spielte fast einen zweiten Stürmer und machte seine Sache ordentlich. Viel Bewegung war im Angriff und zumindest fürs Erste hat der VfB demonstriert, dass er über einen breit besetzten Kader mit variabel einsetzbaren Spielern verfügt. Der sogenannte Angriffsalarm aufgrund der Stürmernot ist verstummt.

Und nun steht für die immer noch junge Mannschaft die nächste Reifeprüfung an. Es geht in der Europa League am Donnerstagabend gegen Fenerbahce Istanbul. Und eines ist dabei sicher: Das Şükrü Saracoğlu Stadı am Bosporus wird einem Hexenkessel gleichen – und die türkischen Gastgeber werden nicht so leidenschaftslos spielen wie die Wolfsburger in der Volkswagen-Arena.