Zwei Trainer, zwei Spielideen: Urs Fischer (links) und Sebastian Hoeneß Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH

Die Trainer des FSV Mainz 05 und des VfB schätzen sich gegenseitig sehr, was nach dem Duell am Samstag auch in den Katakomben zum Ausdruck kommt.

Die Pressekonferenz neigte sich schon dem Ende entgegen, als Urs Fischer plötzlich das Thema wechselte. Der Trainer des FSV Mainz 05 kam zum Anfang zurück, wandte sich an seinen nebenan sitzenden Kollegen vom VfB Stuttgart und betonte in Richtung Sebastian Hoeneß: „Ich habe vorhin noch etwas vergessen, Sebastian. Danke für die guten Wünsche, die gebe ich natürlich zurück. Ihr spielt ja da um die Champions League. Ich wünsche euch, dass ihr da am Ende unter den ersten vier seid.“ Und: „Das Zeug dazu habt ihr auf jeden Fall.“

 

Auch Sebastian Hoeneß lobt Urs Fischer

Ein paar Meter weiter lächelte Hoeneß, der zuvor in seinem Eingangsstatement nach dem 2:2 betont hatte: „Ich wünsche Urs und seiner Mannschaft, dass sie weiter so machen. Und dann bin ich mir sicher, dass wir sie nächstes Jahr in der Bundesliga sehen.“ Am Samstag jedenfalls bereiteten die 05er den Stuttgartern über weite Strecken Schwierigkeiten und nahmen trotz des erst spät erzielten Treffers zum 2:2 einen verdienten Punkt mit.

Der VfB nahm durch Tore von Ermedin Demirovic (links) und Deniz Undav ein 2:2 aus Mainz mit – nach einem späten Gegentreffer in der Nachspielzeit. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Die Szenen nach Abpfiff zeigten: Hier sind sich zwei Bundesliga-Trainer in gegenseitiger Wertschätzung verbunden. Und das trotz der sehr unterschiedlichen Spielauffassungen – oder vielleicht gerade deswegen. Denn beide verfolgen diese sehr zielstrebig und konsequent. Hoeneß beim VfB den Ballbesitz-Fußball, Fischer bei Mainz das Umschaltspiel gepaart mit Standards. Schon im Vorfeld der Partie hatte der Stuttgarter Chefcoach bekräftigt: „Urs ist ein Kollege, den ich sehr schätze. Es ist beeindruckend, was er in Mainz hinbekommen hat. Er hat eine klare Idee, es ist eine klare Handschrift zu erkennen.“

Im Anschluss an die Pressekonferenz unterhielten sich die beiden in den Katakomben noch mehrere Minuten gemeinsam mit VfB-Sportdirektor Christian Gentner – ehe sich die Wege trennten. Bis zum nächsten Aufeinandertreffen.