Ist beim VfB seit dem Hoffenheim-Spiel im Dezember nicht mehr auf dem Platz in Erscheinung getreten: Ameen Al-Dakhil (rechts). Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

In 19 Monaten beim VfB hat der Belgier gerade mal sechs Startelfeinsätze absolviert. Bekommt er nun in der Europa League gegen Celtic Glasgow eine Chance?

Der letzte große öffentliche Auftritt des Ameen Al-Dakhil, er war weniger fußballerischer als vielmehr völkerverbindender Natur: Das war, als Daniel Krieber, der deutsche Botschafter in der irakischen Hauptstadt Bagdad, mal auf dem Trainingsgelände des VfB vorbeischaute, um mit Al-Dakhil im Schlienzstadion ein paar Pässe zu spielen. Schließlich verbindet den Botschafter und den in Bagdad geborenen sowie in der Nähe vom Anderlecht aufgewachsenen Fußballprofi auch eine gemeinsame Zeit in Belgien.

 

In seiner Funktion als Innenverteidiger des VfB bleibt der 23-Jährige aber auf Tauchstation. Keine Minute hat Ameen Al-Dakhil in diesem Jahr gespielt – und ist somit quasi der versunkene Schatz im Stuttgarter Defensivverbund. Im Sommer 2024 mit großen Ambitionen für neun Millionen Euro Ablöse vom FC Burnley nach Cannstatt gewechselt, ist die Bilanz des belgischen A-Nationalspielers (6 Einsätze) bislang eine deprimierende. Denn die Zahlen lügen nicht: Äußerst überschaubare 14 Bundesligaspiele, davon nur sechs in der Startelf, hat Al-Dakhil in anderthalb Jahren zusammengebracht.

Mal zwickte es am Oberschenkel, mal am Gesäßmuskel oder der Wade, dann hatte Al-Dakhil Fieber oder litt an einem Infekt – dazu gesellte sich in der Vorsaison auch mal eine Rotsperre. Obendrein ärgerlich: der Abwehrmann verpasste angeschlagen die Saisonvorbereitung, sowie die kurze Anlaufphase zu Beginn des neuen Spieljahres.

„Er ist ein variabel einsetzbarer, spielerischer Innenverteidiger, der gerade auf langer Strecke seinen Top-Speed ausspielt“, lobte Sebastian Hoeneß vor Wochen die sportlichen Grundtugenden des Verteidigers, dessen Personalie nun womöglich einen kurzfristigen Twist hin zum Positiven nehmen könnte. Zuletzt hatte es für Al-Dakhil im Bundesliga-Gastspiel beim 1. FC Heidenheim ja nicht mal in den Kader gereicht, weil mit Jeff Chabot, Ramon Hendriks, Finn Jeltsch und Luca Jaquez vier Innenverteidiger in der Hierarchie vor ihm liegen.

Doch die Frage vor dem Rückspiel in den Europa-League-Play-offs an diesem Donnerstag (18.45 Uhr/RTL) gegen Celtic Glasgow ist ja auch: Auf wieviel Rotation lässt sich Hoeneß aufgrund der soliden 4:1-Führung aus dem Hinspiel in Schottland mit Blick auf die Bundesligapartie an diesem Sonntag gegen den VfL Wolfsburg ein?

Luca Jaquez kam in Glasgow nach längerer Verletzungspause immerhin in der Schlussviertelstunde zum Einsatz. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Tatsächlich könnte also auch Ameen Al-Dakhil in die Startelf rutschen. Wobei wohl zunächst der von einer Verletzung zurückgekehrte Luca Jaquez an der Reihe wäre. Formal stünde einem Einsatz aber nichts im Wege. Al-Dakhil ist derzeit fit, trainiert regelmäßig. Zudem ist der Belgier vom VfB ja für die K.o.-Runden der Europa League nachnominiert worden.

Doch wie geht es mit dem Innenverteidiger langfristig weiter? Beim VfB besitzt er einen Vertrag bis 2028. Schon bei seiner Verpflichtung war der Transfer aus Burnley ein Risikogeschäft, weil Al-Dakhil zuvor auch auf der Insel über mehrere Monate ausgefallen war. Punktuell konnte der schnelle, geschmeidige und technisch versierte Abwehrmann bei seinen wenigen Einsätzen überzeugen. Mehr aber nicht.

So ist der Marktwert des 23-Jährigen inzwischen auf vier Millionen Euro abgeschmiert. Das könnte für den VfB zu einem Faktor werden. Nämlich für den Fall, dass Ameen Al-Dakhil nicht die Kurve hin zum Guten kriegt. Dann wäre er im Sommer ein Spitzenkandidat für die Rubrik „Abgänge“ auf dem Transfermarkt.