Der VfB-Profis Deniz Undav versucht es gegen Celtic mit feiner Technik – ein Tor gelingt den Stuttgartern jedoch nicht. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Der Pokalsieger steht verdient im Achtelfinale. Das ist ein Erfolg, aber es gibt auch ein größeres Defizit, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Kein Zweifel. Der VfB Stuttgart steht verdient im Achtelfinale der Europa League. Allerdings besteht auch kein Zweifel daran, dass die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß im Rückspiel der Play-off-Runde anfangs nicht die nötige Spannung auf den Platz gebracht hat.

 

Das war schon nach 32 Sekunden zu sehen, als Luke McCowan den 1:0-Siegtreffer für Celtic Glasgow erzielte – ein früher Schreck, der das klare 4:1 aus dem Hinspiel vor einer Woche jedoch nicht ins Wanken brachte. Je länger die Begegnung in der MHP-Arena dauerte, desto deutlicher wurde der Qualitätsunterschied zwischen dem deutschen Pokalsieger und dem schottischen Fußballmeister.

Mangel an Überzeugung und Effizienz beim VfB

Dennoch offenbarte sich ein Manko des erneut. Tritt das Team nicht von Anfang an mit hundertprozentiger Überzeugung auf, gibt es Probleme. Gegen Celtic brauchte es etwa 20 Minuten, ehe die Stuttgarter die Kontrolle auf dem Rasen erlangten. 25 Torabschlüsse (darunter nur sechs aufs Tor) brachten jedoch keinen Treffer. Auch dieses Defizit ist beim VfB nicht unbekannt: Es fehlt immer mal wieder an Effizienz in der Offensive.

Demirovic haderte mit der Chancenverwertung. Foto: Tom Weller/dpa

So durfte die Celtic-Delegation stolz das Stadion verlassen, weil die Elf aus Glasgow nicht nur die befürchtete Blamage verhinderte, sondern aus Sicht des Teammanagers Martin O’Neill sogar die Landesehre mit der gezeigten Leistung hoch hielt.

VfB verpasst Beitrag zur Fünfjahreswertung

Der VfB verpasste es dagegen, etwas für die Bundesliga zu tun – und gleichzeitig für die eigenen Ambitionen. Trotz der fast schon historischen Dimension, auf die Hoeneß nach dem Weiterkommen gegen Celtic verwies: Erstmals nach 13 Jahren gehören die Stuttgarter zu den 16 besten Teams in einem internationalen Wettbewerb. Das ist großartig.

Auf einer übergeordneten Ebene bleibt das Rennen um einen möglichen fünften Champions-League-Platz für die Bundesliga aber eng. England ist in dieser Wertung enteilt, Deutschland und Spanien liegen Kopf an Kopf dahinter. Da zählt – wie für den VfB – jeder Sieg, um in der Endabrechnung den wichtigen zweiten Platz zu erreichen.