Der VfB Stuttgart hat einen souveränen Sieg eingefahren – dass beim Club trotzdem die Wut groß ist nach der Reise nach Deventer ist mehr als verständlich, kommentiert Dirk Preiß.
Beim sportlichen Blick auf die Partie des VfB Stuttgart bei den Go Ahead Eagles gibt es rein gar nichts zu meckern. Das Team des Trainers Sebastian Hoeneß hat nie die Tür für die Gastgeber aufgemacht, das Spiel schnell entschieden und nun eine Top-Ausgangslage im Rennen um die Top-Acht-Plätze in der Europa League. Leider Gottes wird man noch in vielen Wochen aber nicht nur über diesen fußballerischen 4:0-Erfolg reden. Und das ist auch gut so.
Der VfB in Deventer – das hatte eigentlich viel für ein kleines Fußballfest. Eine nette niederländische Stadt, keine extrem weite Anreise, ein kleines, kultiges Stadion und gute Chancen auf einen Auswärtssieg. Doch dann wurde es alles andere als ein Aufeinandertreffen in freundlicher Atmosphäre.
Es waren nicht viele Anhänger der Stuttgarter, die in den Niederlanden erwartet worden waren. Nicht einmal 500 Karten bietet das Auswärtskontingent in Deventer. Dennoch waren bereits vor der Anreise harte Restriktionen angekündigt worden. Das muss man nicht gut heißen, kann man eventuell aber noch als leicht übertriebene Vorsichtsmaßnahme durchgehen lassen. Leider ist es im Fußball mitunter so, dass dies nötig ist.
Die Härte und Feindseligkeit, die dann aber den Fans des VfB teils entgegenschlug, ist mit Vorsicht nicht mehr zu rechtfertigen. Schon beim Aussteigen aus dem Bus an einem Treffpunkt, wo Tickets abgeholt werden mussten, mit Knüppelhieben empfangen zu werden, hat mit verhältnismäßigem und vorausschauendem Eingreifen nichts mehr zu tun. Klar ist: So macht europäischer Fußball keinen Spaß. Dies kann keine Basis sein, soll die Fankultur, auf die man in zahlreichen Ländern Europas zurecht stolz sein kann, erhalten bleiben.
Klar, die lange Geschichte des europäischen Fußballs hat gezeigt, dass geltende Regeln nicht immer nur mit gutem Zureden durchgesetzt werden können. Dennoch braucht es immer wieder aufs Neue ein individuell angepasstes maßvolles und auf Dialog ausgerichtetes Planen und Handeln. Der 28. November 2025 war hierfür sicher kein Beispiel und muss aufgearbeitet werden. Dabei muss auch die Uefa Farbe bekennen.
Sonst sind länderübergreifende Fußballfeste irgendwann nicht mehr möglich.