Die Verpflegung beim Spiel VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv war sparsam, Bier gab es überhaupt nicht. Der Caterer nennt die Rahmenbedingungen für das Spiel als Grund.
Kein Bier, kaum Speisen und Getränke – die Catering-Bilanz vieler Fans bei der Begegnung zwischen dem VfB Stuttgart und Maccabi Tel Aviv in der MHP Arena am Donnerstag fiel verheerend aus. Viele machten ihrem Ärger in sozialen Medien Luft, einige auch direkt an den wenigen Imbissständen, die überhaupt geöffnet hatten. Wir berichteten.
Die Verantwortung dafür will tatsächlich niemand übernehmen. Nach Polizei, Zoll, Verein und anderen, die jede Verantwortung an der für Stadionbesucher ärgerlichen Situation von sich gewiesen haben, meldet sich nun auch der Caterer zu Wort.
Noch keine abschließende Bewertung
Auf Anfrage unserer Zeitung antwortete ein Sprecher des Caterers: „Gegenwärtig bewertet Aramark gemeinsam mit dem Verein die Abläufe rund um das gestrige Spiel in Stuttgart.“ Da das Spiel als Hochrisikoveranstaltung eingestuft worden sei, hätten „mehrere externe, sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen auf die Durchführung“ eingewirkt. „Diese wirkten zum Teil in der Vorbereitung, zum Teil aber auch sehr kurzfristig bis zum Beginn des Spiels“, sagt der Aramark-Sprecher.
Dabei habe das Unternehmen sehr eng mit den Sicherheitsorganen zusammengearbeitet, „um seinen Teil zur sicheren Durchführung des Spiels beizutragen“. Eine abschließende Bewertung erfolge aber erst nach vollständiger interner Prüfung, so der Sprecher weiter.
Zuvor hatten die beteiligten Sicherheitsbehörden – Polizei und Zoll – bereits erklärt, an ihnen habe es nicht gelegen, dass viele Zuschauer auf die Stadionwurst verzichten mussten. Die Maßnahmen des Zolls hätten „den Betrieb mit Sicherheit nicht so stark gefährdet“, dass dies der Grund dafür hätte sein können, dass viele Imbissstände geschlossen blieben. Die Polizei sagte, dass das Sparprogramm bei der Verpflegung schließlich Entscheidung des Vereins gewesen sei. Was sagt dieser dazu?
Der VfB Stuttgart sieht einen gelungenen Fußballabend. „Trotz aller Unwägbarkeiten, Herausforderungen und sportfremden, komplexen Thematiken stand der Fußball an diesem Abend im Mittelpunkt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der gesamte Spieltag sei „nahezu störungsfrei“ verlaufen und „trotz mancher zwischenzeitlichen Beeinträchtigungen, speziell beim Cateringangebot, kontrolliert sowie letztlich reibungslos“.
Auch VfB-Chef Alexander Wehrle äußerte sich – wenn auch nicht zum Catering: „Im Namen des gesamten VfB Stuttgart wie auch persönlich bedanke ich mich ausdrücklich bei all unseren Fans, die sich gestern in praktisch allen Belangen sensationell im Umgang mit den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen dieses Spiels präsentiert haben.“
In diesem für Gerüchte gedeihlichem Klima, in dem zumindest bis jetzt niemand die Verantwortung für das Catering-Chaos übernehmen will, finden in sozialen Medien auch andere Erzählungen Zustimmung. So gibt es Berichte, wonach die Mitarbeiter des Caterers scharenweise umgekehrt sind, nachdem sie den Zoll am Stadioneinlass entdeckt hätten; es ist von fehlenden Ausweis- und anderen Papieren die Rede.
Zoll dementiert Geschichte um Massenflucht
Der Zoll dementierte allerdings, dass es so gewesen sei: „„Ich war selbst vor Ort, dass 100 bis 150 Mitarbeiter auf dem Absatz kehrt gemacht hätten, wie in sozialen Medien behauptet, kann ich nicht bestätigen“, sagte Thomas Seemann, Pressesprecher des Hauptzollamts Stuttgart. Der Caterer äußerte sich zu diesem Aspekt bisher nicht.
Bleibt unterm Strich: Frust bei vielen Fans. „Bei internationalen Spielen fast kein Speisestand geöffnet, kein Bier, auch nicht alkoholfrei. Unmöglich. Unprofessionell. Der Ticketpreis ist ja auch nicht reduziert“, schrieb ein Leser unserer Zeitung.