Der VfB Stuttgart war drauf und dran, den dritten Sieg im dritten Spiel dieses Jahres einzufahren – dann aber schlug ein früherer VfB-Profi zu.
Als die Partie längst angepfiffen und auch schon das meiste Gepäck im Mannschaftsbus des 1. FC Union Berlin verstaut war, stand der junge Mann immer noch an der Ausgangstür – und wartete auf immer wieder bekannte Gesichter. Eine Umarmung hier, ein kleiner Plausch da, fast immer ein Handshake. Keine Frage: Das Wiedersehen mit den alten Kollegen machte Wooyeong Jeong Spaß. Aber das war ja auch kein Wunder.
Der Koreaner hatte zuvor in der Partie der Eisernen beim VfB Stuttgart (1:1) zwar nicht zur Startelf gehört. Als Joker machte er aber genau das, was er machen sollte. Und was er sich auch vorgenommen hatte: „Ich wollte unbedingt ein Tor machen“, sagte er nach der Partie gegen den Club, für den er in der Saison 2023/2024 gespielt hatte.
Ein „Glückstreffer“ sei das gewesen, scherzte ein paar Meter weiter der VfB-Kapitän Atakan Karazor, was logischerweise nicht ernst gemeint war. Denn der Treffer von Wooyeong Jeong zum 1:1 in der 83. Minute folgte einem klaren Plan. Der Offensivmann jedenfalls wusste ganz genau, wo er zu stehen hatte, als der Ball nach innen kam. Dann traf er ihn auch noch richtig gut. „Er trifft den Ball perfekt“, sollte Karazor Respekt, „das macht er einfach gut.“
Entsprechend glücklich war der Torschütze bei seiner Rückkehr nach Stuttgart: „Mein Gefühl ist super“, sagte er nach dem 1:1, „wir haben uns den Punkt verdient.“ Und beinahe hätte ausgerechnet Wooyeong Jeong dafür gesorgt, dass der VfB mit komplett leeren Händen dagestanden wäre.
Wooyeong Jeong macht beinahe das 2:1
Wenige Minuten nach seinem Ausgleichstreffer tauchte Jeong frei vor dem Stuttgarter Tor auf, peilte bei seinem Schuss das lange Eck an – doch der VfB-Keeper Alexander Nübel tauchte ab und hielt den Punkt fest. „Den hat er gut gehalten“, lobte Wooyeong Jeong – und berichtete vom ebenfalls nicht ganz ernst gemeinten Ärger Nübels: „Er kam zu mir und hat gefragt, warum ich immer ausgerechnet gegen den VfB gut spiele.“
Tatsächlich war es schon der dritte Treffer des Koreaners gegen die Stuttgarter. Zweimal traf er für den SC Freiburg im Baden-Württemberg-Duell, nun einmal für die Berliner. Für den VfB hat er zweimal getroffen. Mit dem Rückenwind seines Tores will Jeong mit den Eisernen nun endlich auch den ersten Dreier im Jahr 2026 holen.
2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05, 1:1 gegen den FC Augsburg, 1:1 gegen den VfB – nun kommt Borussia Dortmund an die Alte Försterei. „Wir wollen“, sagte Wooyeong Jeong, „jetzt unbedingt einen Sieg holen.“ Gegen einen weiteren eigenen „Glückstreffer“ hätte er sicher auch nichts einzuwenden.