Robin Schmetzer ist glühender VfB-Fan. Der 20-Jährige kämpft mit seiner Mutter Sabrina Clauss-Schmetzer gegen eine tödliche Krankheit. Foto: Privat

Robin Schmetzer ist schwer krank und braucht alle zwei Jahre eine Therapie für rund 30 000 Euro in Thailand. Der Fußball bringt nun Menschen zusammen, die Geld für ihn sammeln – so auch VfB-Fans.

Weissach im Tal - Robin Schmetzer ist 20 Jahre alt und Fan des VfB Stuttgart. So weit, so normal. Doch damit der junge Mann aus Weissach im Tal weiterleben kann, benötigt er alle zwei Jahre 30 000 Euro für eine Stammzellentherapie in einer Spezialklinik in Thailand. Diese Form der Therapie ist in Deutschland aufgrund fehlender Forschung bislang nicht zugelassen. Seit mehreren Jahren leidet Robin Schmetzer an der tödlichen Krankheit Spinocerebelläre Ataxie Typ 2, kurz SCA. Die Krankheit greift die Nervenzellen im Stammhirn und Rückenmark an, das führt zu Koordinationsstörungen und starkem Zittern. Im Verlauf ist die Krankheit tödlich.

Stammzellentherapie in Thailand

2018 war Robin zum ersten Mal in der thailändischen Hauptstadt Bangkok, um therapiert zu werden. In der Spezialklinik werden über mehrere Tage hinweg unter Vollnarkose acht Spritzen zur Stammzellentherapie ins Rückenmark gesetzt. Mutter Sabrina Clauss-Schmetzer erinnert sich an den Erfolg der Therapie: „Er konnte wieder geradeaus vor uns herlaufen. Da wussten wir, dass das der richtige Weg ist.“ Die deutschen Ärzte hatten ihr geraten, ihrem Kind die restliche Zeit so nett wie möglich zu gestalten. Doch Sabrina Clauss-Schmetzer ist entschlossen, für ihren Sohn zu kämpfen. Man bringe sein Kind nicht auf die Welt, um es dann in den Tod zu begleiten, sagt sie.

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Robin Schmetzer ist vom gleichen Kampfgeist geprägt. Er resigniert nicht und plant langfristig, macht eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Im dritten Lehrjahr ist er jetzt. In der Corona-Krise zählt er zwar zur Risikogruppe und muss zu Hause bleiben, aber „meine Ausbilder geben mir Aufgaben für daheim“, erklärt der 20-Jährige.

Und neben der Ausbildung ist da noch der VfB. Seit Robin Schmetzer ein kleines Kind ist, ist er Fußball-Fan. Schuld daran war der Opa. Was den VfB angeht, ist der 20-Jährige übrigens positiv gestimmt, auch wenn gerade der Ball ruht. „Wenn sie nach der Pause weiter so spielen, steigen sie auch wieder auf“, erklärt er. Zuletzt im Stadion war er vergangenes Jahr beim Spiel gegen 1899 Hoffenheim.

VfB-Fanclub Old Warriors hilft

Auch Jochen Lachenmaier, ein Freund der Familie und VfB-Fanclubmitglied, engagiert sich für ihn. „Ich bin Vizepräsident bei den Old Warriors Stuttgart und wollte dieses Fan-Netzwerk schon lange nutzen, um neben dem Fußball auch etwas Soziales zu tun“, erklärt der 49-Jährige. Seit zwei Jahren sammelt er im Bus auf dem Weg zu den Spielen immer wieder Spenden. Auch für die nächste Therapie hat er wieder gesammelt und konnte dank des Vereins und anderen privaten Spenden sowie Spenden anderer Vereine im Januar 3500 Euro an die Familie übergeben. Dass Robin Schmetzer trotz seiner schweren Krankheit mit der Ausbildung einen normalen Weg geht, beeindruckt ihn.

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Doch der VfB-Fan sorgt sich auch um Robins Zustand und erinnert sich an die letzten Begegnungen vor der Corona-Krise: „Wenn wir uns zur Begrüßung umarmt haben, hat man das Zittern schon wieder gespürt.“ Alle zwei Jahre braucht Robin Schmetzer die Therapie, dieses Jahr wäre es wieder so weit. Die Corona-Krise macht der Familie einen Strich durch die Rechnung, der Patient darf nicht nach Thailand einreisen. Sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, will die Familie die mehrwöchige Therapie antreten. Und dann geht das Spendensammeln weiter – beispielsweise über die Internet-Plattform GoFundMe (www.gofundme.com/f/spendetrobinlebenszeit). „Wir machen das so lange, bis es eine Heilung für ihn gibt“, sagt Mutter Sabrina Clauss-Schmetzer entschlossen.

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