In den nächsten Monaten wird der Verwaltungsneubau seine markante rote Holzfassade erhalten. Foto: Elke Hauptmann

Die Stadt Kirchheim (Kreis Esslingen) baut für 23 Millionen Euro eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger. Anfang 2026 soll der Verwaltungsneubau eröffnet werden.

Was haben Berlin und Kirchheim demnächst gemeinsam? Ein rotes Rathaus! Als solches ist der Verwaltungsneubau, der derzeit in der Teckstadt entsteht, zwar noch nicht erkennbar. Doch in den nächsten Monaten, kündigt der Architekt Florian van het Hekke an, wird das Gebäude seine markante rote Holzfassade erhalten. Der Kirchheimer Baubürgermeister Achim Rapp schwärmt schon jetzt: „Die Stadt erhält ein weiteres Wahrzeichen.“

 

Seit dem ersten Spatenstich sind fast 15 Monate vergangen, und die Arbeiten zwischen Marktstraße und Rollschuhplatz kommen planmäßig voran. Derzeit ist der Innenausbau dran, Ende des Jahres soll das Gebäude fertig sein, sagt Beate Kloss-Nitzschke vom Hochbauamt. „Im Frühjahr 2026 wird das Haus öffentlich zugänglich sein.“

Viel Platz für die publikumsstarken Dienststellen

Die Verwaltung will mit dem Neubau bürgerfreundlicher werden. Das Gebäude soll eine zentrale Anlaufstelle für die Einwohner sein – mit kurzen Wegen, Barrierefreiheit und freundlich gestalteten Räumen. „Hier kommen die publikumsstarken Dienststellen unter“, sagt Rapp. Hinter der roten Fassade werden der Bürgerservice, das Standesamt, das Ausländerwesen und die Abteilung Bildung unter einem Dach vereint. Bislang sind deren Mitarbeiter auf mehrere angemietete Standorte überwiegend innerhalb des Altstadtrings verteilt. Die Gebäude bieten aber zu wenig Platz, sind teilweise in einem sanierungsbedürftigen Zustand und entsprechen besonders bei Brandschutz, Barrierefreiheit und Haustechnik nicht mehr den heutigen Anforderungen. Deshalb hatte sich der Gemeinderat Ende 2023 trotz hoher Kosten für einen Neubau entschieden.

So soll das rote Rathaus von Kirchheim aussehen – der Platz davor wird erst später gestaltet. Foto: Stadt Kirchheim

Vorbild für ökologisches und nachhaltiges Bauen

Die Gesamtinvestition von knapp 23 Millionen Euro rechne sich, beteuert Kloss-Nitzschke. Die Stadt spare dadurch hohe Mietzahlungen und vor allem Energiekosten. Der Verwaltungsneubau gilt als Vorbild für ökologisches und nachhaltiges Bauen – dank seiner Holzhybrid-Bauweise, Solar-Dachziegeln sowie Geothermie- und Wärmepumpentechnologie. Die rote Fassade lehnt sich laut dem Architekten an das in Sichtweite gelegene historische Rathaus an. „Aber wir interpretieren das Fachwerk auf moderne Weise“, erläutert van het Hekke.

Hell, offen und mit viel Holz – so präsentiert sich der Innenbereich. Foto: Elke Hauptmann

So richtig zur Geltung kommen wird das neue Rathaus allerdings erst, wenn das direkt an der Marktstraße gelegene alte Wohn- und Geschäftsgebäude abgerissen ist. Das hat die Stadt bereits erworben, der betagten Bewohnerin aber lebenslanges Wohnrecht zugesichert, berichtet die städtische Projektleiterin Kloss-Nitzschke. Weil das Haus den künftigen Haupteingang auf der Giebelseite verdeckt, wird der Zutritt zum Verwaltungsneubau interimsweise über einen Seiteneingang erfolgen.

Veranstaltungsräume unter dem Dach

Die Besucher gelangen über ein großzügiges Foyer in den Wartebereich. Am Infopunkt im Erdgeschoss können viele Aufgaben auch schon direkt erledigt werden. Auf den drei darüberliegenden Etagen sind die Büros für die 111 Mitarbeitenden verteilt. Und unter dem Dach, mit Blick über Kirchheim, befinden sich ein kleiner und ein großer Multifunktionsraum samt Küchenzeile, die man für Veranstaltungen oder Trauungen anmieten kann. Diese Räume sind separat zugänglich und stehen ebenso wie die Toiletten im Gebäude auch außerhalb der Dienstzeiten der Verwaltung offen. Den Rollschuhplatz auf der anderen Giebelseite will die Stadt optisch aufwerten.