Der Linksfuß macht bei seinem Comeback nach einem halben Jahr Pause in mehreren Szenen eine unglückliche Figur. Sein Trainer findet im Anschluss klare Worte.
Eigentlich waren die Voraussetzungen ja ideal für einen runden Fußball-Nachmittag aus der Sicht von Dan-Axel Zagadou. Nach sechs Monaten Verletzungspause gab der Innenverteidiger des VfB Stuttgart gegen Werder Bremen (1:1) sein ersehntes Comeback – und das direkt in der Startelf. Ein persönliches Jubiläum markierte der Einsatz obendrein, der Zagadous 50. Pflichtspiel für den VfB war.
Aber: In positiver Erinnerung wird er das Spiel eher nicht behalten. Nach 45 Minuten musste der Franzose bereits wieder vom Feld für Ramon Hendriks. Nicht zur Schonung, nicht aus taktischen Gründen – Trainer Sebastian Hoeneß war schlichtweg mit der Leistung unzufrieden und machte daraus im Anschluss auch keinen Hehl: „Das kann er besser. Das weiß er. Deswegen haben wir auch in der Halbzeit gewechselt. Wir haben Daxo einfach schon in viel besseren Spielen gesehen.“
Finn Jeltsch und Ameen Al-Dakhil fehlen verletzt
Zwar zeigte der 26-jährige Linksfuß im Spielaufbau einige Male seine Fähigkeiten mit scharfen und präzisen Flachpässen in die Tiefe, die unglücklichen Aktionen überwogen an diesem Tag aber. In der 35. Minute leitete Zagadou mit einem Ballverlust eine Bremer Chance ein, kurz vor der Pause machte er im Duell mit VfB-Leihspieler Jovan Milosevic keine gute Figur: Erst entwischte ihm der Bremer Stürmer im Laufduell, dann rutschte Zagadou weg. Auch in Summe war die Zweikampf-Bilanz des Hünen ausbaufähig (sechs von elf gewonnene Duelle), dem es teils zudem an Handlungsschnelligkeit fehlte
. So fiel auch das Fazit des Sportvorstands gemischt aus. „Die Vertikalpässe im Spielaufbau haben sehr gut funktioniert“, sagte Fabian Wohlgemuth, „dass er in den ein, zwei Zweikämpfen nicht allzu glücklich aussah, will ich gar nicht verschweigen.“
Nun kam das nicht völlig überraschend mit Blick auf die lange Pause ohne jede Spielpraxis: Seit November war Zagadou ohne Pflichtspiel-Einsatz, nachdem ihn eine Muskelverletzung wieder einmal in seiner Karriere zum Pausieren gezwungen hatte. „Es war klar, dass es immer ein gewisses Risiko mit sich bringt, wenn du lange nicht gespielt hast“, sagte auch Trainer Hoeneß, „aber irgendwann muss der Moment kommen.“ Außerdem, versicherte Wohlgemuth, habe Zagadou unter der Woche gut trainiert und sich aufgedrängt.
Hinzu kam die personelle Lage: In Finn Jeltsch und Ameen Al-Dakhil fehlen derzeit zwei Innenverteidiger verletzt, Jeff Chabot bekam nach dem kräftezehrenden Pokalspiel gegen den SC Freiburg eine Pause. So erhielt Zagadou seine Chance. „Ich traue Daxo generell sehr viel zu. Und das hat er auch schon oft genug bewiesen“, sagte Sebastian Hoeneß, „heute war es ein schwieriges Spiel.“
Der Auftritt fällt in eine Phase, in der es auch um Zagadous Zukunft geht. Sein Vertrag beim VfB läuft im Sommer aus, eine mögliche Verlängerung zu reduzierten Bezügen ist noch nicht unter Dach und Fach. Fest steht in jedem Fall: Kurzfristig mit Blick auf das Saisonfinale sind die Chancen auf weitere Einsätze durch das Bremen-Spiel nicht gerade gestiegen.