Das Echterdinger Ei: Der Zubringer zu den Filderstädten vor den Umbauarbeiten. Foto: Lichtgut

Die Autofahrer am Echterdinger Ei müssen weiter mit Umleitungen leben. Davon ist abseits der A 8 auch der innerstädtische Verkehr etwa in Leinfelden-Echterdingen betroffen.

Die Autobahn rund um Stuttgart und der Stau, das ist eine unendliche Geschichte. Und derzeit wird an einem weiteren Kapitel geschrieben: Die Sanierung des einstigen Echterdinger Ei, also der Schnittstelle von der Autobahn 8 und der Bundesstraße 27 mit all ihren Verästelungen zum Flughafen, zur Messe und zu den umliegenden Stadtteilen.

 

Wer auf der Autobahn also eigentlich nur vorbeifahren will an Stuttgart, ist im Prinzip gar nicht davon betroffen, denn von der Sanierung betroffen sind die Zulieferäste. Aber man ahnt schon: An einem normalen Wochentag ist der Verkehr so intensiv, dass sich der Verkehr auch auf den durchfahrenden Spuren staut wegen der einschränkenden Baumaßnahmen.

Umleitung durch innerstädtisches Gebiet

Und noch betroffener sind davon jene, die in den umliegenden Städten wie Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt, Möhringen und Plieningen wohnen, arbeiten oder im privaten Nahverkehr unterwegs sind. Zumindest jetzt in diesen Tagen und Wochen. Denn derzeit geht die Umleitungsspur ziemlich heftig durch innerstädtisches Gebiet. Wohngebiete sind davon direkt freilich weniger betroffen, eher sind es die ausgeprägten Industriegebiete. Aber im dicht besiedelten Filderraum werden auch diese nicht nur von gewerblichem Verkehr genutzt, auch viele Pkw’ler befahren diese ausgiebig für den Kurzverkehr zwischen den Stadtteilen. Die Autobahn ist für sie wie ein sehr breiter Fluss mit zu wenig Brücken darüber. So gibt es eben den absehbaren Stau durch die Baustelle. Das führt zur staureichen Umleitung, der die wahren Ortskundigen dann wiederum ausweichen lässt in Straßen fernab von Autobahn und Zubringerstau.

Umleitungen: Das städtische Ordnungsamt gestaltet mit

Mit Blick auf das Verkehrsaufkommen muss freilich hinzugefügt werden: Eigentlich lässt sich diese Situation gar nicht vermeiden. Gerade dieser Autobahnabschnitt gehört zu denen, die am meisten befahren werden in Baden-Württemberg. Petra Hentschel ist Sprecherin der Autobahn GmbH des Bundes, denn die Autobahn samt der dazugehörigen Zufahrten ist Bundessache. Sie weiß um die Besonderheiten vor Ort: „Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt Echterdinger Ei kann es in den verkehrsreichen Zeiten leider auch zu einer Verlagerung des Verkehrs in das weitere Umland kommen“. Aber ihr Ausgangspunkt ist ein anderer: „Eine Umleitung durch ein Industriegebiet ist der durch ein Wohngebiet vorzuziehen, da sie Lärm, Verkehrsrisiken und – belastungen für die Anwohner vermeidet“.

Damit dies einigermaßen gelingt, werden die Behörden vor Ort beteiligt: „Die umliegenden Kommunen sind aktiv in den Abstimmungsprozess zur Umleitungsplanung eingebunden“, so Hentschel: „Von zentraler Bedeutung sind insbesondere die sicherheitsrelevanten Bewertungen der Polizei sowie die Expertise der Verkehrsbehörden vor Ort hinsichtlich der örtlichen Verkehrsverhältnisse.“ Und sie fügt hinzu: „Bei den Umleitungen zur Arbeit am Echterdinger Ei kommen noch Überlegungen zur Erreichbarkeit wichtiger Ziele wie Flughafen und Messe dazu“.

Gerd Maier, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts der Stadt Leinfelden-Echterdingen, ergänzt diese Aussagen: „Wir sind involviert in die Umleitungsstrecken und ordnen die auf unserer Gemarkung befindlichen Strecken in Absprache mit der Autobahn des Bundes an.“ Konkret sieht die Arbeit der städtischen Behörde so aus: „Die Umleitungen werden so gewählt, dass die Streckenführung auf leistungsstarken Gemeindestraßen erfolgt, also in der Regel auf Durchgangsstraßen. Altenheime, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Wohngegenden werden dabei so wenig wie möglich belastet.“ Aber Maier fügt auch hinzu: „Selbstverständlich kann dies nicht immer gelingen“. Diese Informationen erhalten auch die Betreiber von Navigationssystemen. „Wir kooperieren da mit dem Anbieter Waze. Vollsperrungen, gesperrte Anschlussstellen und Parkplätze werden dort eingetragen. Das wird dann in Waze und in Google Maps dargestellt. Was die Navi-Betreiber freilich grundsätzlich nicht machen: Sie sperren keine Schleichwege, solange dies nicht die Behörden selbst machen.“

Erste grundsätzliche Sanierung nach mehr als 20 Jahren

Ein häufiges Bild: Stau auf der A8 Foto: imago/Arnulf Hettrich

Und so geht es weiter mit der Sanierung und den entsprechenden Umleitungen: Bis Ende dieser Woche werden noch die Restarbeiten am Fahrstreifen auf der Ostseite der Maybachstraße durchgeführt. Ab dem 27. Oktober bis voraussichtlich 15. November werden dann die Arbeiten an der westlichen Seite der Maybachstraße erfolgen. Hierzu erfolgt eine halbseitige Sperrung der Nord-Süd- und Maybachstraße. Insgesamt wird das Gesamtprojekt noch bis Ende 2025 oder Anfang 2026 dauern. Dies ist die erste umfassende Erneuerung des Asphalts nach dem Ausbau des Echterdinger Eis in den Jahren 2002 bis 2004. Erneuert werden da alle Auf- und Abfahrten der A 8 und Überleitungen der B 27 an der Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch. Außerdem sind die Fahrbahnen parallel der A 8 zwischen AS Stuttgart-Degerloch und AS Möhringen, inklusive der dortigen Auf- und Abfahrten in beiden Fahrtrichtungen mit inbegriffen. Es werden insgesamt 10,8 Kilometer Asphalt auf Straße und Brücken ausgetauscht.

Digitalisierung und Arbeitsschutz

Nach einer Mitteilung der Autobahn GmbH des Bundes werden mehrere neue Bauweisen eingesetzt, um die Qualität und die Langlebigkeit des Asphalts zu erhöhen. Alle Bauprozesse werden digitalisiert und in Echtzeit aufeinander abgestimmt. Beim Asphalt werden zwei Schichten in einem Arbeitsgang aufgebracht. Es wird temperaturabgesenkter Asphalt verwendet. Das verringert den CO2-Ausstoß und dient dem Arbeitsschutz durch geringere Dämpfe und Aerosole.