Die Stuttgarter Straßenbahnen entfernen die nicht mehr genutzten Bahnsteige am Augsburger Platz in Bad Cannstatt. Eine Chance für den Umbau zum vollwertigen Verkehrsknoten?
Der Umbau des Augsburger Platzes in Bad Cannstatt zu einem echten Verkehrsknoten wird seit Jahrzehnten diskutiert. Ein erster kleiner Schritt dazu wird nun in Angriff genommen. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat den Abbruch der nicht mehr benötigten Stadtbahnhaltestelle der U1 ausgeschrieben. Sollte sich zeitnah eine Firma finden, könnten die Arbeiten bereits im März beginnen und bis Ende Juli abgeschlossen sein, so der Plan. Es ist die Voraussetzung für die Umgestaltung des wichtigen Verkehrsknotenpunktes in Bad Cannstatt. Möglich wäre dies 2029, wenn die Instandsetzung der Brücke über die Gnesener Straße am Augsburger Platz geplant ist.
Haltestelle wurde um rund 130 Meter verlegt
Bereits seit Februar vergangenen Jahres ist die neue Haltestelle am Augsburger Platz im Einsatz. Um die Kapazität der Stadtbahnlinie U1 zu erhöhen, wurde diese um rund 130 Meter verlegt und doppelt so lang wie bisher wieder aufgebaut. Ende diesen Jahres sollen dann 80 Meter lange Züge auf der stark ausgelasteten Verbindung zwischen Fellbach und Stuttgart-Süd im Einsatz sein. Seitdem wird die bisherige Haltestelle auf dem Augsburger Platz nicht mehr benötigt. Nun werden „die Bahnsteige zurückgebaut“, erklärte eine SSB-Sprecherin. Auch die Haltestellenzugänge verschwinden, die Unterführung bleibt erhalten. Eine Sperrung der Nürnberger/Waiblinger Straße sei nicht notwendig.
Dadurch wird viel Platz gewonnen – auch für einen möglichen Umbau des Augsburger Platzes zu einem vollwertigen Verkehrsknoten. Denn dazu hat sich die Kreuzung an der wichtigen Einfallstraße aus dem Stuttgarter Nordosten seit ihrer Einweihung 1965 durch den damaligen Oberbürgermeister Arnulf Klett nicht entwickelt. Was bis heute fehlt: Von Cannstatt kommend eine Abbiegemöglichkeit in Richtung Münster, Mühlhausen oder zum Hallschlag sowie von Fellbach kommend nach Untertürkheim. Aus Kostengründen hatten die Verkehrsplaner vor 60 Jahren darauf verzichtet.
Verkehrsberuhigung für angrenzende Wohngebiete
Weitere Jahrzehnte sollen sich die Stadtplaner nun aber keine Zeit mehr lassen. Vielmehr soll mit dem Umbau gleichzeitig mit der geplanten Instandsetzung der Brücke begonnen werden. Das hatten gleich sieben Fraktionen im Stuttgarter Gemeinderat bereits vor knapp einem Jahr gefordert. Der Augsburger Platz habe eine enorme Bedeutung im Verkehrsstrukturplan Bad Cannstatt und müsse daher in der Verkehrsplanung deutlich priorisiert werden. Eine für die Stadträte denkbare Variante sei ein Kreisverkehr.
Durch den Umbau könnten nicht nur „die angrenzenden Wohngebiete vom Autoverkehr entlastet werden“, so ein Stadtsprecher, sondern auch „weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Bad Cannstatt umgesetzt werden“. Geht es nach dem Willen des Gemeinderats könnte dies bereits 2029 beginnen, wenn nicht wie vor 60 Jahren wieder das nötige Geld fehlt.