Die städtische Kunstsammlung Leinfelden-Echterdingen trennt sich von einigen Arbeiten. Sie können an diesem Sonntag käuflich erworben werden.
Das Sammeln von Dingen ist eine feine Leidenschaft. Das gilt auch für die Kunstsammlung einer Stadt wie Leinfelden-Echterdingen. Da kann auch belegt werden, welche kreativen Kräfte in dieser Kommune wirken, was denen so alles einfällt, wenn sie sich um Kunst- und Galeriepreise, um Jahresausstellungen bemühen.
Zu jeder guten Sammlung gehört aber auch, dass man den Bestand überprüft, neu ordnet und das eine und andere auch mal aussortiert. Und in Leinfelden-Echterdingen ist dieser Zeitpunkt nun gekommen.
„Das Magazin platzt jetzt aus allen Nähten. Wir werden uns da von etwa 70 Arbeiten trennen, und die gibt es für kleines Geld.“
Dorothea Veit, stellvertretende Leiterin des Kulturamts
Seit den 1970er-Jahren wird dort die städtische Kunstsammlung zuverlässig um neue Exponate erweitert, gut 1500 Exponate der verschiedensten Stilrichtungen sind da vertreten. „Das Magazin platzt jetzt aus allen Nähten“, so Dorothea Veit, stellvertretende Leiterin des Kulturamts, „deshalb haben wir mit dem Verwaltungs- , Kultur- und Sozialausschuss beschlossen, einige Arbeiten davon zu verkaufen.“ Dies geschieht an diesem Sonntag beim Tag der offenen Tür der Stadtbücherei Leinfelden, der in der Zusammenarbeit mit der Volkshochschule vor Ort am Neuen Markt stattfindet. Da zeigen die Einrichtungen, was sie der Öffentlichkeit das Jahr über so zu bieten haben, da findet dann auch die Veranstaltung „Art to Go“ statt zwischen 14 und 17 Uhr statt.
Mit dem Gewinn werden neue Kunstwerke gekauft
„Wir werden uns da von etwa 70 Arbeiten trennen“, so Veit, „und die gibt es für kleines Geld“. Damit sind so bis zu 100 Euro gemeint. Kaufinteressenten werden deshalb gebeten, sich für diesen Fall mit entsprechend Bargeld auszustatten.
Riesenerlöse werden also nicht erzielt, doch die städtische Kasse ist ziemlich leer, da zählen auch solche eher symbolischen Aktionen. Und das Geld verschwindet dann auch nicht irgendwo: „Damit können wir vom Kulturamt dann wieder neue Arbeiten aufkaufen. Denn ein eigener Etat ist dafür nicht vorgesehen“, so Veit. Und das werden dann auch wieder künftig vor allem Arbeiten von Künstlern sein, die hier im städtischen Rahmen auf sich aufmerksam machen, etwa als Träger des städtischen Kunstpreises.
Kunst für Interessierte aus Leinfelden-Echterdingen
So sind es auch nicht die großen Namen, die bei dieser „Art to Go“ verhandelt werden, aber doch solche, die die Kunstinteressierten vor Ort aufhorchen lassen. Und deren Arbeiten sind dann auch nicht einfach in Archiven verschwunden. Sondern sie waren eben in Ausstellungen in Leinfelden-Echterdingen vertreten.
Und sie konnten ausgeliehen werden im Rahmen des Graphothek-Programms der Stadtbücherei, das es möglich macht, bestimmt Kunstwerke für einen längeren Zeitraum mit nach Hause zu nehmen. „Es wäre schön, wenn diese Arbeiten nun ein endgültiges Zuhause bekommen würden“, so Veit. Stilistisch ist jedenfalls viel geboten, von der Moderne bis zu einem eher traditionellen Kunstverständnis.