Eine Schorle trinken, sich die Haare waschen – und die Welt retten? Oder zumindest einen kleinen Teil davon? Wer Menschen helfen will, kann dies nun Schluck für Schluck tun, oder Tropfen für Tropfen. Das sind die neuen Unterstützer von Stelp.
Man kennt sich. Man schätzt sich. So ist es kein Zufall, dass die Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp und die Firmen Unibev, Dietz und Duschbrocken nun zusammenarbeiten.
Es war einmal, als eine Krise irgendwo auf der Welt die Nation vor dem Fernseher zusammenbrachte. Dann saßen Johannes B. Kerner und Frank Elstner sowie andere bekannte Deutsche am Telefon und baten zur besten Sendezeit um Spenden. Um den Hunger zu bekämpfen. Gekoppelt war das aber immer an Krisen und die Bilder, Fotos und Berichte vom Elend in der Welt. Auch Stelp finanziert sich über Spenden. Und auch die fließen reichlicher, wenn eine Notlage in Medien aller Art bemerkt und aufbereitet wird.
Zusammenarbeitet bietet Stabilität
Mittlerweile betreibt Stelp 18 Projekte auf der ganzen Welt von Kambodscha, über Nepal bis Kolumbien. Und die müssen sicher und dauerhaft finanziert werden. „Wir sollten nicht auf Spenden angewiesen sein“, sagt Serkan Eren, der Gründer und Geschäftsführer von Stelp. Also müssen sie anders an Geld kommen. Und lassen sich dafür viel einfallen. Sie betreiben das Café Natan am Rande der Altstadt, organisieren Veranstaltungen und arbeiten mit Firmen zusammen. Stelp-Weine gibt es schon, rot und weiß, nun folgen Saftschorle und Seife.
Wie sagt man so schön, das Netzwerk trägt. Hinter dem Stuttgarter Getränke-Unternehmen Unibev stecken Wulle-Wachküsser Fabian Huber, Chimperator-Chef Steffen Posner, Schankstelle-Betreiber Sidney Blum, und Wohnmobil-Erbe und Unternehmer Christian Hymer, sowie Patrick Dietz, mittlerweile Geschäftsführer des Fruchtsaftherstellers aus Kirchberg/Murr. Sie hatten Capital Bras Bratee und Barteks Apfelschorle Grober Schnitzer entwickelt. Bald sollen Unibev und Dietz wieder eins sein, sagt Huber. Deshalb steht auf dem Saftschorle namens Twice mit den Geschmäckern Rhabarber, Johannisbeere und Apfel auch der Firmenname Dietz. Der Gewinn gehe vollständig an Stelp, versprechen Huber und Ramon Pinget von Dietz. Vertrieben werden die Flaschen allerdings vornehmlich über die Gastronomie. In ganz Deutschland. Auch im Club Berghain in Berlin. Dort verkauft Dietz schon seit Jahrzehnten seinen Saft. Doch nicht nur dort, so hofft man bei Dietz und Stelp, soll es künftig Twice geben.
Duschbrocken für einen guten Zweck
Und nach dem Besuch in der Kneipe oder im Club soll man sich dann mit Duschbrocken in den Farben der Ukraine die Haare und den Körper waschen. Sie kosten 17,99 Euro, vier Euro davon gehen an Stelp. Johannes Lutz und Christoph Lung haben ihr Unternehmen 2018 gegründet, Shampoo und Duschgel vertreiben sie in fester Form, nicht flüssig in Plastikflaschen. Schon länger arbeiten sie mit Stelp zusammen. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben sie 2022 ihr Lager in Bad Cannstatt zur Verfügung gestellt, dort mehr als 100 000 Kilo Hilfsgüter gesammelt, sortiert, beschriftet und via Stelp in die Ukraine gebracht. Schon damals hatten sie auch Duschbrocken im Gepäck.
„Ich bin stolz, dass wir mit über 80 000 Duschbrocken einen Beitrag zur Arbeit von Stelp leisten konnten. Jetzt wollen wir diese Zusammenarbeit noch mal intensivieren“, sagt Johannes Lutz. Und Serkan Eren ergänzt: „Die ukrainische Bevölkerung braucht weiterhin unsere Unterstützung, die Spendenaktion kommt also zur richtigen Zeit. Mit den Gründern von Duschbrocken verbindet uns nicht nur die Herkunft aus Stuttgart, sondern vor allem der Wille, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.“ Auch unabhängig von allen aktuellen Krisen.