Unglück im Fellbacher F3 Brisante Zeugenaussage zum Todesfall in Freibad

Von Sascha Sauer 

Im F3 in Fellbach entdeckt ein Badegast   die  bewusstlose Frau auf dem Beckenboden   am Übergang vom Schwimmer- in den Nichtschwimmerbereich. Foto: Hartung
Im F3 in Fellbach entdeckt ein Badegast die bewusstlose Frau auf dem Beckenboden am Übergang vom Schwimmer- in den Nichtschwimmerbereich. Foto: Hartung

Eine 39-Jährige Frau stirbt nach einem Unfall im F3-Bad. Ein Mann könnte die Stuttgarterin beim Sprung vom Beckenrand ins Wasser getroffen haben. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

Fellbach - Es war am Sonntagnachmittag gegen 15.15 Uhr, als im F3 in Fellbach ein Gast eine Frau regungslos am Boden des Freibadbeckens entdeckt hat. Die herbeigerufenen Rettungsschwimmer der DLRG holten die Bewusstlose aus dem Wasser. Sie wurde laut Polizei umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort verstarb die Stuttgarterin am späten Abend des 10. Juni.

Das tragische Unglück im Fellbacher Familien- und Freizeitbad wirft Fragen auf. So wurde der Zustand der 39-Jährigen, nachdem sie aus dem Becken geholt worden war, als lebensbedrohlich eingestuft – obwohl sie allem Anschein nach nur relativ kurze Zeit unter Wasser gewesen sein soll.

Ein Gast will beobachtet haben, dass die Frau von einem springenden Mann getroffen wurde

Und eine Zeugenaussage rückt den Fall in ein besonderes Licht: „Ein Badegast hat beobachtet, wie kurz zuvor an der Stelle ein Mann vom Beckenrand ins Wasser gesprungen war und die Frau dabei getroffen hat“, sagt Polizeisprecherin Simone Weiland. Deshalb konzentrierten sich die Ermittlungen der Polizei jetzt auf diesen Mann. Er soll etwa 25 bis 30 Jahre alt sein, eine dünne Statur und ein südländisches Aussehen haben. „Es ist wichtig, dass dieser Mann gefunden wird, vielleicht war sein Sprung gar nicht der Auslöser, und die Frau konnte sich aus einem ganz anderen Grund nicht über Wasser halten“, sagt Simone Weiland.

Christopher Probst, einer der beiden Geschäftsführer des F3-Bads, weiß nicht, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Denn vom Beckenrand ins Wasser zu springen sei ausdrücklich nur im Bereich der Startblöcke erlaubt. „Und auch nur dann, wenn dort keine Personen schwimmen“, betont Probst. Die Bademeister seien angehalten, den Gästen, die diese Vorschrift ignorierten, sofort das Springen zu untersagen. „Das war auch am Sonntag der Fall.“ Zudem sei die 39-Jährige etwa 25 Meter von den Startblöcken entfernt – am Übergang zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken – gefunden worden. „Unsere Rettungsschwimmer haben die Frau sofort geborgen und reanimiert“, sagt Christopher Probst. Das F3-Bad habe „definitiv“ keinen Fehler gemacht.

Der erste Todesfall in der Geschichte des F3-Bads

An dem Unglückstag befanden sich rund 1500 Gäste in der Sportwelt, zu der auch das Freibad gehört. „Wir hatten mit mehr Besuchern gerechnet, deshalb waren anstatt der vorgeschriebenen sechs Aufsichtskräfte sogar acht im Bad“, sagt der F3-Geschäftsführer. Der Unfall sei ein furchtbares und sehr trauriges Ereignis. „Es war der erste Todesfall im F3-Bad, an unseren Mitarbeitern ist das nicht spurlos vorbeigegangen.“

Zum jetzigen Zeitpunkt kann nur spekuliert werden: Ist die Frau tatsächlich von einem Badegast tödlich verletzt worden? Oder hat sie beim Schwimmen beispielsweise einen Herzinfarkt erlitten? Auch im Internet ist der Unfall Thema. So wird etwa in einem Fellbacher Forum auf dem sozialen Netzwerk Facebook öfters erwähnt, dass im F3-Bad ziemlich lax damit umgegangen werde, wenn Gäste sich nicht an die Regeln halten. Ein User schreibt: „Schlimm ist auch, wenn es im Wasser rappelvoll ist und es den Bademeistern am Arsch vorbeigeht, wenn irgendwelche Kasper ständig vom Rand ins Becken springen.“

Die Kriminalpolizei Waiblingen (Telefon 0 71 51 / 95 00) sucht momentan händeringend nach Zeugen, die sich zwischen 15 und 15.30 Uhr im Schwimmerbecken des Außenbereichs aufgehalten haben, sagt Polizeisprecherin Simone Weiland. Eine Obduktion soll jetzt die Todesursache klären. „Wann dies geschieht, können wir aktuell nicht sagen, da es noch keinen Termin gibt“, sagt Weiland.

Auch Fellbachs Oberbürgermeisterin Ga­briele Zull ist von dem F3-Unglück bestürzt: „Die Nachricht vom Tod der Schwimmerin im F3-Bad macht mich tief betroffen. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen. Ein vergnüglicher Sonntagsausflug endete in einer Tragödie, die offensichtlich auch das schnelle Eingreifen der Schwimmaufsicht und der Rettungskräfte nicht verhindern konnte. Ich hoffe, dass es der Polizei gelingt, die Umstände rasch aufzuklären, damit Verantwortliche gegebenenfalls zur Rechenschaft gezogen werden können. Ich appelliere an alle Badegäste, Rücksicht aufeinander zu nehmen.“

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