In einer Eigenproduktion im Rahmen der Fellbacher Reihe „Beziehungskunst – Künstlerpaare“ geht es an einem höchst abwechslungsreichen Abend um Clara und Robert Schumann.
Es ist so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal der Kulturgemeinschaft Fellbach (KGF) geworden, exklusive literarisch-musikalische Ereignisse zu produzieren und in Fellbach die Premiere feiern zu lassen. Mit Kreativität und einem langen Atem hat Christa Linsenmaier-Wolf, die Vorsitzende der KGF, dem Publikum in Fellbach und aus der ganzen Region schon einige Highlights auch mit Hochkarätern der Schauspielkunst beschert.
Erinnert sei etwa an den Hölderlinabend mit den bundesweit bekannten Schauspielern Barbara Auer und Matthias Habich, der in der Corona-Zeit in zwei Aufführungen gesamt mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher anzog. Oder an die Loriot-Feier exakt am 100. Geburtstag des Humoristen im November 2023 mit Martin Brambach und Christine Sommer vor über 1000 Zuschauern im Hölderlinsaal der Fellbacher Schwabenlandhalle.
Heine-Porträt mit Walter Sittler wird auch andernorts gebucht
Oder an den Balladenabend 2024 mit Felix Klare und Zora Thiessen, der das Publikum im ausverkauften Uhlandsaal für klassische Literatur begeisterte. Oder an das Heinrich-Heine-Porträt im September 2025, das der bekannte Stuttgarter TV-Schauspieler Walter Sittler eigens einstudierte und das, wie der Loriot-Abend auch, von Veranstaltern andernorts übernommen wird.
Für die aktuelle Reihe „Beziehungskunst – Künstlerpaare“ ist Linsenmaier-Wolf als Literaturwissenschaftlerin mit einem Faible für Musik den letzten Sommer über in die Welt von Clara und Robert Schumann eingetaucht und hat aus über 1000 Briefen, dem Ehetagebuch und anderen Zeugnissen ein Textbuch erstellt und passende Lieder ausgewählt.
„Im Grunde wird mit Originalzeugnissen eine spannende Geschichte erzählt“, erläutert Linsenmaier-Wolf im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Liebenden, die es nicht leicht hatten, kommen uns ganz nah. Auch die Sprache, in der sie ihre Höhen und Tiefen zu Papier brachten, ist leicht zugänglich. Und die Lieder sind einfach herrlich.“
Premiere ist am Sonntag, 12. April, um 18 Uhr im Konzertsaal der Musikschule Fellbach, Guntram-Palm-Platz 2. In der Pause spendet das Weingut Rainer Schnaitmann ein Glas edlen Weins.
Die Mitwirkenden, die das Programm für Fellbach einstudieren und gemeinsam proben, sind hervorragende Interpreten. Die Schauspielerin Silvia Passera, Ensemblemitglied der tri-bühne Stuttgart, und Marcus Michalski, einer der meistbeschäftigten Darsteller der Landesbühne Esslingen, sind wie geschaffen für die Rollen als Clara und Robert Schumann.
Sie, eine begnadete und erfolgreiche Klaviervirtuosin, war temperamentvoll und lebenszugewandt. Er, ein zunächst erfolgloser Komponist, lebte für seine Kunst und litt unter Zweifeln. Seine berührenden Briefe zeigen ihn als tief fühlenden, leidenschaftlich Liebenden. Die Verbindung mit Clara bedeutete für ihn auch die Rettung vor Angst und Depressionen, denen er allerdings zuletzt erlag.
Die Lieder Claras und Roberts werden von erstklassigen jungen Solisten interpretiert: Die Sopranistin Anastasia Wanek kennt man in Fellbach vom Neujahrskonzert des vergangenen Jahres. Sie ist im Opernfach ebenso zu Hause wie in der Liedkunst.
Die Erfolgsleiter erklimmt auch der aus Waiblingen stammende junge Bariton Josua Bernbeck, der wie Wanek in Stuttgart studiert. Vielfach ausgezeichnet, gastierte er bereits in Opernhäusern und Konzertsälen und arbeitete mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock und Christoph Rademann zusammen.
Feste Größen im internationalen Konzertgeschehen
Ebenfalls eine Wunschbesetzung ist die Pianistin und Liedbegleiterin Doriana Tchakarova. Die Dozentin für Korrepetition Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart ist eine feste Größe im internationalen Konzertgeschehen und Partnerin von Sybilla Rubens, Juliane Banse und Matthias Klink.
Karten für diesen großen Schumann-Abend sind beim i-Punkt im Rathaus Fellbach erhältlich, Telefon 0711/58 00 58. Sie kosten 18 Euro, für Mitglieder 15 Euro. Schüler, Studierende und Menschen mit Handicap zahlen 6 Euro.