Blick vom Martin-Häge-Platz in Richtung Bachgasse: Aidlingen will seine Ortsmitte attraktiver gestalten. Foto: Langner

Aidlingen will seine Ortsmitte durch Verkehrsberuhigung attraktiver machen. Ein Test startet im Sommer 2026.

Mit überwältigender Mehrheit stimmte der Aidlinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür, Teile der Ortsmitte zu einem verkehrsberuhigten Bereich und damit attraktiver für Fußgänger und Radfahrer zu machen. Wo sich heute noch Parkplätze befinden, sollen künftig Draußenmöbel zum Verweilen einladen. „Ortskerne brauchen auch grüne Flächen, man kann’s schöner machen“, sagt Bürgermeisterin Helena Österle, auch der Gemeinderat ist mehrheitlich dieser Meinung.

 

In der Vorlage geht es um die Bachgasse entlang des Aidbaches zwischen Martin-Häge-Platz und Ortsbücherei. Der aktuelle Status quo zeigt, dass die Bachgasse überwiegend für den Kraftfahrzeugverkehr genutzt wird. „Es gibt wenige Plätze, wo man sich hinsetzen kann“, stellte Helena Österle in der Sitzung fest.

Österle spricht hier aus eigener Erfahrung, da sie jetzt zur Sommerzeit selbst gerne ihre Mittagspausen im Freien verbringe. „Ich bin positiv überrascht, dass die Verwaltung einen Antrag der Freien aufgreift“, lobte deren Fraktionsmitglied Matthias Harr. „Prinzipiell eine sehr gute Idee“, pflichtete Jutta Kühnle für die Freien Wähler bei.

Attraktiver Ort zum Verweilen

Geplant ist zunächst, testweise für einen Zeitraum von drei Monaten im Sommer kommenden Jahres Teile der Bachgasse als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen. Dafür sollen die rund sechs seitlich angeordneten Parkplätze entfernt und deren bisherige Flächen durch eine Möblierung mit Sitzgelegenheiten, Radbügel und anderem mehr aufgewertet werden. Zusätzlich sollen auf dem direkt angrenzenden Martin-Häge-Platz weitere Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. Damit soll dort nach Vorstellung der Verwaltung ein attraktiver Ort des Austauschs, Verweilens und Radfahrens entstehen. Ersatzparkplätze sollen durch den Abriss gemeindeeigener Gebäude in fußläufiger Nähe generiert werden. Aber auch das Thema Parkhaus wollen Helena Österle und der Gemeinderat als „langfristige Lösung im Hinterkopf behalten“.

Dauerhafte Umsetzung nach Pilotphase

Kosten entstehen für die Gemeinde Aidlingen in der dreimonatigen Pilotphase zunächst nicht. Denn mit dem Gemeinderatsbeschluss wurde die Verwaltung beauftragt, die Förderung „Lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten“ zu beantragen, die für einen Zeitraum von drei Monaten kostenlose Möblierungen leihweise zur Verfügung stellt. „Wenn sich diese Idee im Laufe der Pilotphase etabliert und von der Bevölkerung angenommen wird, könnte das dauerhaft umgesetzt werden“, stellte die Verwaltung in Aussicht. Nach dem Ende der Erprobungsphase beurteilt der Gemeinderat im Herbst 2026 erneut, ob dieses Projekt in den Folgejahren dauerhaft umgesetzt werden soll und stellt bei Bedarf dann auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung.