Das Wetter blieb trocken, die Kehlen wurden ordentlich benässt: Vor der neuen Bühne des Musikvereins genossen die Gäste Bier und Brathähnchen. Foto: tefanie Schlecht

Der Vatertagsmarkt lockt auch in seiner 45. Auflage wieder rund 25 000 Menschen zum Bummeln und Feiern nach Döffingen. Mehr Eindrücke in unserer Bildergalerie.

Der Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln vermischt sich mit dem Aroma von Grillhähnchen, Langosch und Räucherstäbchen. Es herrscht ein dichtes Gedränge beim Grafenauer Vatertagsmarkt, wo es von Edelstahlscheren über Vorwerkstaubsauger bis hin zu Bürsten, Gürteln und Handyhüllen alles Mögliche zu kaufen gibt.

 

Die Großveranstaltung an Christi Himmelfahrt mit fast 90 gewerblichen und knapp 20 Flohmarktständen lockte auch in ihrer 45. Auflage wieder Tausende Menschen in den Ortsteil Döffingen. Laut Schätzung der Verwaltung kommen jährlich rund 25 000 Gäste, auch wenn an diesem Feiertag auch diverse andere Feste für Konkurrenz sorgen – darunter das Göckelesfest der Feuerwehrmusikkapelle Dagersheim, die Vatertagshocketse der Feuerwehr Darmsheim, die Himmelfahrtshocketse des Musikverein Schönaich und der Sindelfinger Schlemmermarkt.

Nach nur zwei Schlägen heißt es „O’zapft isch’s!“

Los ging es bereits am Vorabend, wo Bürgermeister Martin Thüringer begleitet von den Klängen des Musikvereins Grafenau das Fest mit dem traditionellen Fassanstich eröffnete. Nur zwei Schläge benötigte der Schultes, bis das Freibier sich in Strömen in die Becher ergoss und nicht – wie im Vorjahr – wild schäumend auf die Straße. „Diesmal habe ich vorgesorgt und einen Regenschirm dabei“, nahm sich Thüringer für sein damaliges Malheur selbstironisch auf die Schippe. „Gut war, dass wir die Ausschankzeit diesmal bis 23.30 Uhr verlängern konnten“, sagt TSV-Vorstandsmitglied Tim Gersonde. Vor allem an der Cocktailbar des Sportvereins habe sich die längere Betriebszeit ausgezahlt.

Wer seine Zeit beim Vatertagsmarkt statt mit Bummeln lieber bei Bier und Bratwurst verbringt, findet diverse Anlaufstellen – ob an den Ständen des TSV Grafenau, vor der neuen und überdachten Bühne des Musikvereins Grafenau, beim Posaunenchor Döffingen oder beim Jugendtreff Sumpf.

Für viele steht jedoch das bunte Marktangebot im Vordergrund. Es gibt viel zu entdecken und zu erschmecken. Zum Beispiel bei Beate und Roland Haupt aus Herrenberg-Mönchberg, die ihren Gäuprickler und andere Spezialitäten von der Streuobstwiese anbieten. Ein paar Meter weiter gibt es beim Stand der Gechinger Heckengäu-Brennerei, Whisky, Gin und andere Spirituosen aus heimischer Produktion zu verkosten. Sportlich-aktive Menschen lockt dagegen eher der Stand des Landratsamts, wo man einen kostenlosen Radcheck machen und sechs verschiedene Lastenräder Probe fahren kann.

Für Schleckermäuler bietet Familie Gußmann aus Rutesheim ihr selbst gemachtes „Bonbonglück“ an. Inspiration war laut Sonja Gußmann ein Besuch der Bonbonkocherei Eckernförde in Schleswig-Holstein. Seitdem produziert das Ehepaar Bonbons mit teils ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Olive oder Spaghetti-Eis. „Des schmeckt wie a knuschprig’s Sößle“, sagt Steffen Gußmann über seine Zwiebel-Bonbons.