In Beilstein haben Unbekannte an mehreren Orten Puppen angebracht, die Bürgermeisterin Schoenfeld verunglimpfen. Die Polizei ermittelt nun.
Die Gemeinde Beilstein kommt auch an den Osterfeiertagen nicht zur Ruhe. Für neuen Wirbel sorgte nun eine Puppen-Aktion, die die umstrittene Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld ins Visier nahm. Unbekannte hatten an mehreren Stellen im Ort aus Luftballons zusammengestellte Figuren auf einem Thron angebracht. Dahinter war die Aufschrift „Magenta Babsi: Meine Stadt. Meine Burg. Mein Thron. Mein Anwalt.“ zu lesen.
Die Bezeichnung „Magenta Babsi“ wird von Gegnern der Bürgermeisterin verwendet. Es ist eine Anspielung auf ihren Kleidungsstil. Die Polizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Grundlage dafür ist Paragraf 188, der Personen des öffentlichen Lebens vor Verleumdung oder Beleidigung schützen soll. Auch in der Politik sorgte die Aktion für Gesprächsstoff.
Bürgerliste-Fraktionschef verurteilt die Aktion
„Das war sicherlich kein Scherz, sondern eine Boshaftigkeit“, sagt Oliver Kämpf, Fraktionssprecher der Bürgerliste im Beilsteiner Gemeinderat. Er hatte die Aktion auf der Facebook-Seite der Bürgerliste geteilt und sie darin „aufs Schärfste“ verurteilt. Vor dem Post habe er mit Bürgermeisterin Schoenfeld telefoniert, die in dem Gespräch nach Kämpfs Angaben erkennen ließ, dass sie sich nicht an die Öffentlichkeit wenden will.
Doch Kämpf findet, dass eine solche Aktion in die Öffentlichkeit gebracht werden muss. „Was Frau Schoenfeld macht, ist nicht unumstritten. Auch wir als Bürgerliste würden das ein oder andere anders machen. Aber sich eine Person herauszupicken und als Schuldesel zu stigmatisieren, ist nicht akzeptabel.“ Der Post sei der Versuch, objektiv darzustellen, was passiert ist.
Tote Ratte im Schoß der Puppe
Die Puppen wurden an verschiedenen Stellen im Ort positioniert, unter anderem am Stadteingang, auf der Burg Hohenbeilstein und am Haus Ahorn. Das Haus Ahorn ist ein stillgelegtes Altenheim, das die Stadt kaufen und für Grundschul- und Kindergartenzwecke nutzen möchte. Das ist allerdings umstritten. Besonders makaber war darüber hinaus eine Puppe, die vor dem Rathaus vor reichlich Osterschmuck platziert war. Ihr hatte man eine tote Ratte in den Schoß gelegt.
„Das hat mich und viele andere am meisten mitgenommen. Es gibt Wortführer, die sagen, es wäre wohl ein Scherz, aber eine tote Ratte ist mehr als nur ein Symbol“, sagt Kämpf. Er erwartet, dass sich die Gespräche auf dem Beilsteiner Ostermontagsmarkt nun vor allem um die Puppen-Aktion drehen werden. Ein besinnliches Osterfest sieht anders aus.