Winter ist nicht jedermanns liebste Jahreszeit. Auch in der Stuttgarter Wilhelma gibt es Tiere, die mit Schnee und Nässe besser oder schlechter zurechtkommen. Ein Zoobesuch.
Schnee, Regen und Kälte dominieren dieser Tage das Wetter in Stuttgart. Manch einer bleibt da lieber zuhause und macht es sich auf dem warmen Sofa gemütlich. Doch wie machen es die Tiere in der Stuttgarter Wilhelma? Schließlich stammen nicht wenige Arten aus milderen Klimazonen, in denen es nie schneit.
Pressesprecher Birger Meierjohann erklärt: „Natürlich ist das von Art zu Art unterschiedlich. Die meisten Tiere verfügen sowohl über Außenanlagen als auch über beheizte Ställe, die sie bei Bedarf aufsuchen können.“ Besonders Tiere, die in der Natur in gemäßigten Breiten, Gebirgslagen oder kontinental geprägten Regionen leben, haben mit Schnee und Kälte keine Probleme. „Trockene Kälte beeinträchtigt die Tiere zudem deutlich weniger als nasskaltes Wetter. Anders als in der Natur, wo Kälte die Nahrungssuche erschwert, bekommen die Zoobewohner regelmäßig Futter, sodass sie keine Engpässe erleben“, so der Sprecher der Wilhelma weiter.
Auch die Pflege der Tiere verändert sich im Winter. Kälteempfindliche Arten benötigen beheizte Ställe, vor allem nachts, und die Tierpfleger achten genau auf den Energieverbrauch der Tiere, um die Futtermenge entsprechend anzupassen. Für laubfressende Tiere wie Giraffen, Okapis oder bestimmte Affenarten beginnt die Winterplanung bereits im Sommer: „Dann wird frisches Laub zu Laubsilage verarbeitet oder eingefroren, damit die Tiere im Winter optimales Futter bekommen.“
Okapis müssen drinnen bleiben
Einige Tiere sind an extreme Temperaturen angepasst. Seit Juli 2025 leben zwei Amurtiger in einer 5000 Quadratmeter großen Tigeranlage im Norden der Wilhelma. Sie sind in ihrer sibirischen Heimat sowohl Hitze als auch Kälte gewohnt, und auch die Trampeltiere im Gehege gegenüber sind auf Temperaturen von bis zu -30 Grad bestens vorbereitet. Empfindlicher sind dagegen tropische Arten wie Okapis, die derzeit nicht in ihre Außenanlagen gelassen werden.
Für andere Tiere gehört der Winter zur Ruhezeit. Vor allem europäische Amphibien und Reptilien, die in Freilandanlagen gehalten werden – etwa Feuersalamander, Kreuzottern oder Griechische Landschildkröten – halten eine Winterruhe ein. Einige heimische Wildtiere, die sich in den Anlagen angesiedelt haben, wie Igel und Siebenschläfer, halten sogar einen echten Winterschlaf.
Schneeballschlacht bei den Elefanten
Besondere Freude am Schnee haben die Elefanten. „Für sie ist Schnee eine willkommene Abwechslung. Es kommt sogar vor, dass sie Schneebälle formen und sie vernaschen“, berichtet der Pressesprecher. Dennoch bleiben ihre Rückzugsmöglichkeiten in beheizten Ställen wichtig, da die großen Ohren empfindlich auf Frost reagieren.
Auch die Seelöwen kommen gut mit der Kälte zurecht: Ihr Außenbecken wird mit Cannstatter Quellwasser gespeist, das konstant etwa 17 Grad hat – ähnlich wie die Wassertemperaturen in ihrem natürlichen Lebensraum. Kein Wunder also, dass Seelöwenbulle Unesco und seine Damen auch bei Temperaturen um die 0 Grad weiter eifrig Kreise in ihrem Außenbecken ziehen.
Für Besucherinnen und Besucher mit einer Abneigung gegen die Kälte gibt es im Stuttgarter Zoo verschiedene Möglichkeiten, Tiere und Pflanzen im Inneren anzuschauen. Zum Beispiel das historische Gewächshaus, die Australienwelt oder das Amazonienhaus.