2022 feierten die Kickers ihren bisher letzten WFV-Pokal-Sieg – nach einem Finalerfolg gegen den SSV Ulm 1846. Foto: Pressefoto Baumann

Die Stuttgarter Kickers peilen an diesem Samstag gegen die SG Sonnenhof Großapach den WFV-Pokal-Sieg an. Wir blicken auf die Endspiel-Historie der Blauen.

Die Generalprobe hat geklappt. Was das 2:0 der Stuttgarter Kickers im letzten Regionalliga-Saisonspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach wert ist, wird sich bei der Neuauflage am kommenden Samstag zeigen. Dann stehen sich die beiden Teams um 15.30 Uhr erneut im Gazi-Stadion auf der Waldau gegenüber – im mit Spannung erwarteten WFV-Pokal-Endspiel. 7000 Tickets waren Mitte der Woche bereits vergriffen.

 

Wir blicken auf die Endspiel-Historie der Blauen.

Die Stuttgarter Kickers konnten den Cup dreimal gewinnen (2005, 2006 und 2022), zudem waren sie im Vorgänger-Wettbewerb 1946 einmal siegreich – im Finale gegen den VfB Stuttgart. Die SG Sonnenhof Großaspach holte den Pott 2009 (im Finale in Schwieberdingen gegen die SpVgg 07 Ludwigsburg) und 2025 (im Endspiel in Stuttgart gegen die TSG Balingen).

Seit das Finale im Gazi-Stadion auf der Waldau ausgetragen wird, waren die Blauen dreimal mit von der Partie – nach Spielende herrschten jeweils komplett unterschiedliche Emotionen.

Am 25. Mai 2017 hatte es mit dem 1:3 gegen den damaligen Landesligisten SF Dorfmerkingen eine der größten Enttäuschungen der jüngeren Vereinsgeschichte gegeben. Fabian Weiß schnürte seinerzeit vor 5150 Zuschauern für das Team von Trainer Helmut Dietterle einen Tore-Dreierpack. Eine Woche nach dem mit 1500 mitgereisten Fans erkämpften Regionalliga-Klassenverbleib unter Coach Tomasz Kaczmarek in Hoffenheim saß der Frust extrem tief. Weil Anhänger der Blauen Gegenstände aufs Spielfeld warfen, musste die Partie knapp zehn Minuten lang unterbrochen werden, einige stürmten sogar auf den Platz.

Triumph 2022: Kickers-Coach Mustafa Ünal. Foto: Pressefoto Baumann

2022 triumphierten die Blauen vor 7300 Zuschauern dagegen gegen den SSV Ulm 1846 mit 5:4 im Elfmeterschießen. Als Kickers-Keeper Ramon Castellucci den letzten Ball von Adrian Beck hielt, war der Jubel im Lager der Blauen riesengroß. Das Feuerwerk an Emotionen kam nicht von ungefähr: Die Kickers hatten so etwas wie einen Fluch besiegt, denn in den Jahren zuvor hatten sie entscheidende Spiele stets verloren.

2023 unterlagen die Kickers gegen die TSG Balingen vor 8507 Zuschauern nach Elfmeterschießen mit 5:6. TSG-Keeper Marcel Binanzer hielt einen Elfer von David Kammerbauer – alle anderen trafen. Den Blauen blieb damit das Double verwehrt. Die Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen, da die Oberliga-Meisterschaft (und damit der Aufstieg in die Regionalliga) in dieser Saison für den wichtigeren Titel gesorgt hatte.

2014 Niederlage gegen Heidenheim

Am 7. Mai 2014 hatten die Kickers unter Coach Horst Steffen nach einer umkämpften Partie in Großaspach gegen den 1. FC Heidenheim das Finale mit 2:4 verloren. Florian Niederlechner, inzwischen bei Drittligist TSV 1860 München, traf vor 2500 Zuschauern zweimal für den FCH. Trotz der Niederlage qualifizierten sich die Kickers für den DFB-Pokal. Dort gab es am 16. August 2014 gegen Borussia Dortmund ein 1:4 – vor 36 000 Zuschauern in der Arena in Bad Cannstatt.

Den WFV-Pokal-Titelgewinn feierten die Kickers am 24. Mai 2006 in Kirchheim/Teck gegen den SSV Ulm 1846. An der Jesinger Allee gab es vor 2300 Zuschauern ein 7:6 nach Elfmeterschießen. Den entscheidenden Ball versenkte Recep Yildiz, zuvor hatte Enzo Marchese vom Punkt getroffen.

Frank Schmidt trifft

Auch das Jahr zuvor krönten die Degerlocher ihre Pokalsaison mit dem Cupgewinn: In Eislingen/Fils ließ man am 25. Mai 2005 im Endspiel dem Heidenheimer SB beim 3:1 keine Chance – Oliver Barth, Mustafa Akcay und Alexander Malchow hießen vor 1500 Zuschauern die Torschützen der Blauen. Den Ehrentreffer für die Heidenheimer erzielte ihr aktueller Coach Frank Schmidt per Elfmeter.

Triumph von Norbert Stippel

Zum ersten Mal waren die Stuttgarter Kickers am 27. Mai 2003 in einem WFV-Pokal-Finale gestanden. In Sindelfingen setzte es vor 1200 Zuschauern gegen den von Trainer Norbert Stippel, noch bis zum 30. Juni Sportlicher Leiter des Kickers-Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), betreuten VfL Kirchheim eine 1:2-Niederlage. Rainer Adrion trainierte damals die Kickers, assistiert von Robin Dutt.

Wir haben Fotos zusammengestellt von den WFV-Pokal-Endspielen der Stuttgarter Kickers. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!