Nach vier Jahren im NLZ des VfB und den Stationen Borussia Mönchengladbach II und Waldhof Mannheim ist Per Lockl zurück in Stuttgart. Welche Rolle hat der Mittelfeldspieler bei den Kickers? Was erwartet er selbst von sich und dem Club?
Per Lockl ist in Bad Vilbel geboren und auch in der Stadt in der Nähe von Frankfurt/Main aufgewachsen. Doch im Schwabenland kennt sich der Hesse dennoch bestens aus: „Stuttgart ist mir keinesfalls fremd, ich kannte halt bisher nur den anderen Teil der Stadt“, sagt der 23-Jährige mit einem Lächeln. Der andere Teil der Stadt bedeutet Bad Cannstatt. Als er 15 Jahre alt war, holte ihn der damalige NLZ-Leiter Michael Gentner nach vier Jahren beim FSV Frankfurt ins Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des VfB Stuttgart, am Wirtemberg-Gymnasium machte er dann auch sein Abitur. „Ich wollte raus aus der gewohnten Umgebung, aber auch keine 600 Kilometer weg von der Heimat“, bezeichnet Lockl den Wechsel zum VfB praktisch als goldenen Mittelweg.
Bei den Weiß-Roten trainierte ihn in der U 17 und der U 19 vier Jahre lang Nico Willig. Der VfB-Jugendtrainer war einer der ersten, der ihn nach dem feststehenden Wechsel im vergangenen Juni zum Lokalrivalen kontaktierte und gratulierte.
Raus aus Komfortzone
Zwischen den Stationen in Cannstatt und Degerloch lagen für den zentralen Mittelfeldspieler aber noch drei weitere Jahre bei Borussia Mönchengladbach II und bei Drittligist SV Waldhof Mannheim. Beide Wechsel hat er nicht bereut: „Ich wollte raus aus der Komfortzone und hatte in Gladbach super Bedingungen, mich weiterzuentwickeln. Das war keine Fehlentscheidung, ich hätte dort bleiben können.“ Bei Waldhof erlebte Lockl „ein sehr wildes, prägendes Jahr“.
Jetzt also die Kickers. Jetzt also Regionalliga Südwest. Ein Rückschritt für den ehemaligen U-15-, U-16- und U-17-Nationalspieler? „Auf den ersten Blick sieht das vielleicht so aus, aber manchmal muss man auch einen kleinen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen“, sagt Lockl vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Aufsteiger FC 08 Villingen und fügt selbstbewusst hinzu: „Ich wäre auch nicht zu irgendeinem Viertligisten gewechselt.“
Kontakt zu Marc Stein
Die Kickers kennt er – auch aus zahlreichen Duellen in der Jugend. „Das waren berüchtigte, richtig brisante, oft auch unangenehme Derbys in der U17 und U19“, erinnert er sich. Da er während seiner Zeit beim VfB auch in der zweiten Mannschaft ab und zu mittrainierte und auch mal im Trainingslager dabei war, kannte er auch den damaligen VfB-II-Spieler Marc Stein. Der aktuelle Kickers-Sportdirektor knüpfte dann auch die Kontakte zu Lockl, zu einem Zeitpunkt, als die Blauen in Sachen dritte Liga noch sehr aussichtsreich im Rennen lagen. „Wenn ich es vom Aufstieg abhängig gemacht hätte, wäre ich ja jetzt nicht hier“, sagt er – ohne sich über die verpasste Chance zu ärgern. Er blickt lieber nach vorne.
Eine tragende Säule eines möglichen Aufsteigerteams zu sein, das hätte Charme. Und eine tragende Säule in der Mannschaft von Trainer Marco Wildersinn soll der Mittelfeldstratege auch sein. „Ich möchte dem Spiel meinen Stempel aufdrücken. Und es tut mir gut, Verantwortung zu übernehmen, die Mitspieler sollen wissen, dass sie mir den Ball geben können und er da gut aufgehoben ist“, sagt der Mann mit dem starken linken Fuß.
Spielerisch stark und kreativ
Dass er das spielerische und kreative Niveau in der Mannschaft erhöht, steht außer Frage. Eine der beiden Achter-Positionen im 4-3-3-System von Trainer Marco Wildersinn passt dabei ideal zu seinem Profil. Er kann aber auch auf der Sechser-Position spielen, allein oder zu zweit. Doch weiter vorne kommt er öfter in die torgefährlichen Räume und kann sich genauso am Spielaufbau beteiligen.
Die Konkurrenz auf seiner Position ist groß. Was Lockl als großen Vorteil ansieht: „Die gute Breite im Kader ist unser großes Plus“, sagt der Hesse, der im Schwabenland im zweiten Anlauf den Durchbruch schaffen möchte.
Termine
Pflichtspiele
Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers (0:5/WFV-Pokal, 2. Runde), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen (10. August, 14 Uhr), Normannia Gmünd – Kickers (13. August, 17.45 Uhr/WFV-Pokal, dritte Runde), FC Gießen – Kickers (17. August, 14 Uhr), Kickers – FC-Astoria Walldorf (24. August, 14 Uhr), 1. Göppinger SV – Kickers (1. September, 14 Uhr), Kickers – TSV Steinbach Haiger (7. September, 14 Uhr), Kickers Offenbach – Kickers (13. September, 19 Uhr), Kickers – FSV Frankfurt (21. September, 14 Uhr), SGV Freiberg – Kickers (28. September, 14 Uhr).