Paul Polauke bekommt im Schlagerspiel gegen Kickers Offenbach die Chance, sich zu zeigen. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Im Sommer 2021 kam Paul Polauke vom FC Ingolstadt 04 zu den Stuttgarter Kickers. Die Zeit seitdem gleicht einer Achterbahnfahrt für den Innenverteidiger, dem am Samstag gegen Kickers Offenbach die nächste Chance winkt.

Verraten wird die Mannschaftsaufstellung einen Tag vorher grundsätzlich nie, aber die Anzeichen verdichten sich eindeutig: Paul Polauke wird an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) im Regionalliga-Schlagerspiel gegen Kickers Offenbach den verletzten Nyamekye Awortwie-Grant (Syndesmoseband-Anriss) ersetzen und gemeinsam mit Milan Petrovic die Innenverteidigung bei den Stuttgarter Kickers bilden.

 

Damit bekommt Polauke mal wieder eine Chance zu zeigen, dass er mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke sowie mit seiner Emotionalität der Mannschaft helfen kann. Gleichzeitig kann er sich empfehlen – für die Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags oder eben für einen neuen Verein.

2021 aus Ingolstadt gekommen

2021 war der ehemalige Jugendspieler des FV Ingersheim und des SGV Freiberg als Kapitän des FC 04 Ingolstadt II nach Stuttgart gekommen. Die Konkurrenz in der Abwehrzentrale war groß: Die erfahrenen Denis Zagaria und Niklas Kolbe bekamen meistens den Vorzug, auch Julian Leist stand seinerzeit anfangs noch im Kader der Blauen.

Unter dem damaligen Trainer Mustafa Ünal war Polauke so etwas wie der Mann für die Spezialaufträge. Der Coach brachte ihn in den DFB-Pokal-Spielen 2022 gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:0) und Eintracht Frankfurt (0:2) jeweils als Außenverteidiger. Auf ungewohnter Position wusste der Mentalitätsspieler durchaus zu überzeugen.

Rückschlag durch Schlüsselbeinbruch

Im Laufe der Zeit eroberte sich Polauke einen Stammplatz auf seiner angestammten Position neben Kolbe in der Innenverteidigung. Im Oktober 2023 warf ihn jedoch ein Schlüsselbeinbruch zurück, den er sich im Spiel beim Bahlinger SC (1:1) schon nach zehn Minuten zugezogen hatte. Im April 2024 folgte die Rote Karte in der 87. Minute beim Viertelfinal-Aus im WFV-Pokal gegen den SSV Ulm 1846 (0:2). Nach dem verpassten Aufstieg in die dritte Liga und dem Trainerwechsel wurden die Karten neu gemischt.

 Der neue Chefcoach Marco Wildersinn entschied sich vor dem ersten Punktspiel der Saison 2024/25 gegen Eintracht Frankfurt II (2:1) kurzfristig und auch etwas überraschend für Neuzugang Nyamekye Awortwie-Grant an Stelle von Polauke in der Innenverteidigung neben Brian Behrendt. Im zweiten Saisonspiel beim FC 08 Homburg (1:1) sah Awortwie-Grant die Rote Karte. Polauke kam rein, spielte auch im darauf folgenden Heimspiel gegen den FC 08 Villingen (1:0) von Beginn an, sah aber in der 51. Minute die Gelb-Rote Karte.

Seit November nur 33 Spielminuten

Der 1,90-m-Mann lag erneut auf Eis, bekam erst wieder eine Chance, als Awortwie-Grant die beiden Spiele in Bahlingen (3:1) und gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (2:2) jeweils krankheitsbedingt fehlte. Vor dem 6:0 in Trier war Awortwie-Grant wieder fit, Polauke drückte wieder die Bank oder schaffte es nicht einmal in den Kader. Seit November 2024 kam er gerade mal auf insgesamt 33 Spielminuten.

Seit der Winterpause hat er – was den Platz im Kader und auch die Einwechslungen betrifft – immerhin die Nase vor Behrendt. Und nun winkt ihm wieder einmal eine Chance in der Anfangself. Die gilt es – auch ohne große Spielpraxis – zu nutzen, vor großer Kulisse, im Schlagerspiel gegen Kickers Offenbach.

Rückrunden-Ergebnisse und -Termine

Regionalliga
Kickers – FC Gießen 3:0, FC-Astoria Walldorf – Kickers 3:2, Kickers – 1. Göppinger SV 3:0, TSV Steinbach Haiger – Kickers 2:1, Kickers – Kickers Offenbach (22. März, 14 Uhr), FSV Frankfurt – Kickers (30. März, 14 Uhr), TSG 1899 Hoffenheim II – Kickers (6. April, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (9. April, 19 Uhr), Kickers – Bahlinger SC (12. April, 14 Uhr), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers (19. April, 14 Uhr), Kickers – Eintracht Trier (25. bis 27. April), Kickers – SC Freiburg II (2. bis 4. Mai), 1. FSV Mainz 05 – Kickers (10. Mai, 14 Uhr), Kickers – KSV Hessen Kassel (17. Mai, 14 Uhr). (jüf)