Defensiv-Allrounder Mario Borac von Regionalligist Stuttgarter Kickers wird nach Informationen unserer Zeitung von Heracles Almelo umworben. Das steckt dahinter.
Mario Borac ist ein Paradebeispiel für das Motto „Vom Talent ins Stadion“. Der vielseitig verwendbare Verteidiger hat seit 2017 zahlreiche Stationen im Nachwuchs der Stuttgarter Kickers durchlaufen und sich bis zum Stammspieler in der ersten Mannschaft der Fußball-Regionalliga entwickelt.
Jetzt hat der 20-Jährige das Interesse von höherklassigen Clubs im In- und Ausland geweckt. Nach Informationen unserer Redaktion buhlt der niederländische Traditionsclub Heracles Almelo am hartnäckigsten um die Dienste von Borac. Der Verein aus der Provinz Overijsselrund (rund 25 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt) ist am Ende der vergangenen Saison in die zweite Ehrendivision abgestiegen.
Borac hat in seinem bis 2027 laufenden Vertrag bei den Blauen offenbar eine Ausstiegsklausel, die es ihm ermöglicht, gegen eine Ablösesumme vorzeitig zu gehen. Diese Vereinbarung stammt noch aus der Zeit von Sportdirektor Marc Stein bei den Kickers. Der Abgang von Borac würde also Geld bringen. Da er seit seinem zwölften Lebensjahr in Degerloch spielt und nur bei den Blauen ausgebildet wurde, würde ein internationaler Weiterkauf später die Kasse weiter aufbessern. Aber: Der Abgang täte sportlich weh. Das Eigengewächs kann in der Innenverteidigung, auf der linken Seite und perspektivisch auch auf der Sechser-Position zum Einsatz kommen. Zudem zeichnen ihn sein Mut und auch die Torgefährlichkeit bei Standards in der Offensive aus. Allerdings hatte Borac in der Saison 2024/25 deutlich mehr Scorerpunkte aufzuweisen als in der abgelaufenen.
Nach Offensivmann Oskar Hencke (für geschätzte 250.000 Euro zur TSG Hoffenheim II) und Nyamekye Awortwie-Grant wäre Borac innerhalb eines Jahres der dritte Spieler, der sich bei den Kickers schneller als der Club entwickelte und woanders den Schritt nach oben sucht. Innenverteidiger Awortwie-Grant war vor der vergangenen Saison zu Drittligist Energie Cottbus gewechselt – auch er hatte eine festgeschriebene Ablösesumme (75.000 Euro) in seinem Vertrag verankert.
Sein Kontrakt in Cottbus galt nur für die dritte Liga. Durch den Aufstieg von Energie in die zweite Liga kann er ablösefrei wechseln – ihn zieht es zu Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn, was offiziell bisher noch nicht bestätigt ist.
Wäre der 25-Jährige von Cottbus weiterverkauft worden, hätten die Kickers davon partizipiert. Durch den ablösefreien Wechsel gehen sie in diesem Fall leer aus.