Offensivmann Loris Maier (re.) ist im Team der SG Sonnenhof Großaspach eine feste Größe. Foto: IMAGO/Eibner

Loris Maier spricht vor dem Regionalligaduell SG Sonnenhof Großaspach gegen seinen Ex-Club Stuttgarter Kickers über die Bedeutung des Derbys und die Unterschiede beider Vereine.

Die Brisanz ist groß: Am letzten Regionalliga-Hinrunden-Spieltag (Samstag, 14 Uhr) empfängt die SG Sonnenhof Großaspach die Stuttgarter Kickers. Großaspachs Loris Maier (26), von 2022 bis 2024 gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Leon für die Blauen am Ball, schätzt die Lage ein.

 

Herr Maier, wie heiß sind Sie auf die Partie gegen die Kickers?

(Lacht) Och, nicht heißer als vor anderen Spielen.

Wirklich?

Ja, wirklich. Es sind ja bei den Blauen gar nicht mehr so viele dabei, mit denen ich und mein Zwillingsbruder zusammengespielt haben.

Immerhin David Braig, Nico Blank, Flamur Berisha, Christian Mauersberger, Lukas Kiefer.

Okay, ich will die Brisanz ja gar nicht kleinreden. Aber die bringt für mich vor allem die Tabellenkonstellation mit sich. Es geht brutal eng zu in dieser Liga.

Sind Sie denn überhaupt froh, dass Sie daheim spielen?

Ja, wir fühlen uns wohl in unserem Stadion. Der Rasen ist super. . .

. . . die Bilanz aber nicht. Nur zwölf Heimpunkten stehen 16 Auswärtszähler gegenüber.

Das hatte ich so, ehrlich gesagt, gar nicht auf dem Schirm. Aber stimmt, wir haben von unseren acht Auswärtsspielen noch keines verloren. Trotzdem finde ich, dass wir daheim ansehnlicher gespielt haben. Wobei das Spiel am Samstag durch die vielen Kickers-Fans im Stadion ohnehin etwas gesondert betrachtet werden muss.

Leon (li.) und Loris Maier bejubeln die Oberliga-Meisterschaft 2023 mit den Stuttgarter Kickers. Foto: Pressefoto Baumann

Was erwarten Sie vom letzten Hinrundenspiel?

Eine top Kulisse am Bundesliga-freien Wochenende mit 4000 bis 5000 Zuschauern. Es geht um viel, wir könnten bei einem Sieg fünf Punkte von den Kickers wegziehen, verlieren wir, ziehen die Blauen vorbei. Aber Woche für Woche gibt es doch solche Spiele.

Das SG-Torverhältnis lautet 47:27, das der Kickers 22:22. Was sagt das aus?

Dass wir vorne sehr gefährlich sein können.

Vor allem dank Fabian Eisele, dem mit 14 Treffern Führenden der Regionalliga-Torjägerliste. Was macht ihn so besonders?

Sein Torriecher. Er weiß genau, wo er stehen muss. Wenn man ihn mal gar nicht auf dem Schirm hat, dann ist er am gefährlichsten. Dennoch zahlen wir als Aufsteiger ab und zu auch noch Lehrgeld.

Verstecken müssen Sie sich aber vor keinem Team – oder?

Das stimmt, auch bei den Spielen, die Unentschieden ausgingen, waren wir oft einen Tick besser.

Zwischen den Stationen Kickers und Sonnenhof spielten Sie ein Jahr beim TSV Aubstadt. Was hat der Ausflug in die Bayern-Regionalliga gebracht?

Als sehr heimatverbundener Typ kam ich in eine neue Gegend, in eine neue Liga, lernte neue Gegner kennen.

Das Kontrastprogramm zur unterfränkischen Provinz hatten Sie in der Baller League in Berlin. Dort glänzten Sie mit den mit Abstand meisten Scorerpunkten. Was nahmen Sie mit – außer gutem Honorar für die Auftritte?

(Lacht) Dass man, wenn man die Komfortzone verlässt, auch mal was erleben kann. Ich habe viele interessante Leute kennengelernt.

Gibt es in solch einem Format für Sie mal ein Comeback?

Vielleicht schon irgendwann, aber dieses Jahr nicht. Es ist schwer, das mit Regionalliga-Fußball zu vereinbaren. Es ist unglaublich intensiv und anstrengend, auch durch das viele Reisen.

Ihr Vereinstrainer Pascal Reinhardt wäre bestimmt hellauf begeistert.

(Lacht) Der würde sich, glaube ich, gar nicht freuen.

Welchen Anteil hat er am Erfolg der SG?

Er führt als noch junger Trainer viele Gespräche, stimmt sich sehr gut mit den Spielern ab, holt sich auch Ideen vom Team. Er hat einen klaren Plan, der bisher richtig gut funktioniert.

Wo liegt der größte Unterschied zwischen Sonnenhof und Kickers?

Die Ruhe, die Entspanntheit, die hier herrscht. Wir haben fünfmal in Folge unentschieden gespielt – und das ganze Umfeld blieb gelassen. Das wäre bei Kickers anders gewesen. Hier beim Sonnenhof kann man einfach nur Fußball spielen.