Die Wege von David Kammerbauer (re.) und den Stuttgarter Kickers werden sich am Saisonende trennen – er ist nicht der Einzige. Foto: Baumann

Die Ligazugehörigkeit steht für die Stuttgarter Kickers seit Wochen fest. Das Budget für die neue Saison dagegen noch nicht, da Gespräche mit Geldgebern noch laufen. Unabhängig davon wurde nach Informationen unserer Redaktion mindestens fünf Spielern mitgeteilt, dass sich die Wege trennen.

Spätestens seit der 0:3-Niederlage am 6. April bei der TSG 1899 Hoffenheim II haben die Stuttgarter Kickers Planungssicherheit. Sie wissen, dass sie in der neuen Saison erneut in der Fußball-Regionalliga spielen werden. Entsprechend können die Weichen gestellt werden, wobei derzeit noch entscheidende Gespräche mit Geldgebern laufen. Davon hängt ab, wie viel in den künftigen Kader noch investiert werden kann, und damit steht und fällt wiederum die Zielsetzung, mit der in die neue Saison gegangen werden kann.

 

Sonntag gegen Trier

Unabhängig davon wurde nach Informationen unserer Redaktion in dieser Woche einigen Spielern mitgeteilt, dass ihre am Saisonende auslaufenden Verträge nicht verlängert werden und sie über den Sommer hinaus keine Zukunft mehr bei den Blauen haben. Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen Eintracht Trier stehen mindestens fünf Abgänge fest.

Der Dienstälteste dabei ist David Kammerbauer. Der 28-Jährige war 2019 vom SSV Ulm 1846 nach Degerloch gekommen. Er bildete oftmals ein gutes Gespann mit Christian Mauersberger auf der linken Seite. Die beiden harmonierten in der Offensive sehr gut, Luft nach oben hatte Kammerbauer in der Defensive. Letztendlich entschied sich der Verein dafür, auf dieser Position eine Veränderung vorzunehmen. Eigengewächs Mario Borac (19) und der körperlich robuste Neuzugang Nico Fundel, zudem vier Jahre jünger als Kammerbauer, vom Bayern-Regionalligisten FV Illertissen sind für die Position des Linksverteidigers eingeplant.

Polauke bei Ligarivalen Thema

Nicht weitergehen wird es auch mit Paul Polauke. Der Innenverteidiger war 2021 vom FC Ingolstadt II zu den Blauen gewechselt. In Sachen Mentalität, Zweikampfstärke, Teamgeist konnte dem 25-Jährigen nichts vorgeworfen werden. Andere Dinge, wie seine beiden Gelb-Roten Karten in dieser Saison, sprachen offenbar gegen den bisweilen hitzigen Abwehrspieler. Die Kickers setzen auf Milan Petrovic und vor allem Nyamekye Awortwie-Grant (beide wie Polauke mit einem starken rechten Fuß ausgestattet) sowie auf der linken Innenverteidigerposition auf einen Neuzugang von einem Ligakonkurrenten und Mario Borac.

Zudem hatte U-19-Spieler Ardi Mulaj (18) im Abwehrzentrum schon einen Einsatz in der ersten Mannschaft. Mit Brian Behrendt wird – genauso wie mit Vico Meien (beide Vertrag bis 2026) – eine Auflösung des Kontrakts angestrebt. Polauke war beim SGV Freiberg im Gespräch, was sich aus finanziellen Gründen zerschlagen hat. Nach wie vor wird er noch bei den Ligarivalen FC 08 Homburg und TSV Steinbach Haiger gehandelt.

Schmidts könnte zum GSV zurück

Nicht verlängert wird auch der Vertrag mit Marcel Schmidts. Der vielseitig verwendbare Außenverteidiger spielte bis 2023 für den SSV Ulm 1846. Seine enorme Lauf- und Einsatzstärke reichten den Verantwortlichen nicht für eine weitere Zusammenarbeit. Abstriche im spielerischen Bereich und sein Alter (er wird im Juni 31) dürften ausschlaggebend gewesen sein. Schmidts Ex-Verein 1. Göppinger SV würde ihn mit Kusshand wieder zurückholen, doch auch Bayern-Regionalligist FV Illertissen hat die Fühler ausgestreckt.

2020 war Marian Riedinger von der U 19 des 1. FC Heidenheim zu den Kickers gestoßen. Seitdem zog sich der 23-Jährige seine Kreuzbandrisse zwei und drei zu, der Pechvogel kämpfte sich immer wieder mit eisernem Willen zurück, ist aktuell aber noch einige Monate krankgeschrieben. Die Verletzungshistorie war ausschlaggebend, dass es kein neues Vertragsangebot für den Außenverteidiger gab.

De Sousas Abschlussschwäche

Dennis de Sousa kam in dieser Saison wegen einer Rotsperre, Knieproblemen und einer Operation nur auf drei Punktspieleinsätze. Nach seiner Verpflichtung im Januar 2024 vom SSV Ulm 1846 konnte sich der 28-Jährige nie entscheidend durchsetzen. Er ist der schnellste Spieler im Kader, hatte aber eklatante Abschlussschwächen.