Der 17-jährige Offensivmann Lirjon Abdullahu ist der jüngste Spieler, den die Kickers bei einem Pflichtspiel je eingesetzt haben. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Gegen Eintracht Trier gelingt den Stuttgarter Kickers erstmals in dieser Saison kein Sieg. Die Zwischenbilanz nach fünf Pflichtspielen fällt positiv aus, doch es gibt Luft nach oben.

Zwei souveräne 2:0-Auswärtssiege bei den ambitionierten Oberligisten 1. Göppinger SV und VfR Aalen im WFV-Pokal. Ein 1:0 in Fulda, ein 3:2 gegen Drittliga-Absteiger SV Sandhausen und nun ein 1:1 gegen Eintracht Trier in der Fußball-Regionalliga. Auch wenn dieses Unentschieden vor 4630 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen den Vorjahres-Aufsteiger von der Mosel ergebnistechnisch ein kleiner Dämpfer war, die Zwischenbilanz der Stuttgarter Kickers nach fünf ungeschlagenen Pflichtspielen fällt positiv aus. Was nichts daran ändert, dass es vor dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag (13 Uhr) beim 1. FSV Mainz 05 II noch genügend Luft nach oben gibt. Eine Bestandsaufnahme.

 

Intensität Die Kickers spielen mit hoher Intensität und viel Einsatz. Mit enormer Laufbereitschaft geben sie keinen Ball verloren. Die Art und Weise der Auftritte kommt bei den Zuschauern in Degerloch an. Trainer Marco Wildersinn fordert diese Basics öfter und härter ein als noch in der vergangenen Runde.

Neuzugänge Die neuen Spieler sind sehr gut integriert. Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht lobt in diesem Zusammenhang die etablierten Kräfte im Team: „Sie haben unsere Zugänge von Anfang an vollumfänglich unterstützt.“ Torwart Bela Dumrath, Innenverteidiger Jacob Danquah, Rechtsverteidiger David Udogu und Mittelfeldstratege Maximilian Zaiser standen bei allen Punktspielen in der Anfangsformation.

Tempo Vor allem Melkamu Frauendorf und Oskar Hencke, aber auch Nevio Schembri, bringen über die Flügel viel frischen Wind und Geschwindigkeit ins Spiel der Blauen. Flamur Berisha arbeitet – neuerdings im Sturmzentrum – unglaublich viel für die Mannschaft, geht weite Wege und läuft giftig an. Die Mannschaft profitiert vom Motto „Jugend forsch“: Mit Hencke und Lirjon Abdullahu kamen gegen Trier zwei 17-Jährige zum Einsatz.

Konkurrenzkampf Auf vielen Positionen sind die Plätze hart umkämpft – jeder Spieler muss an seine Leistungsgrenze gehen, um zu spielen. Nico Blank, Marlon Faß, Nico Fundel und Vincent Schwab saßen am Sonntag 90 Minuten auf der Bank, Meris Skenderovic und Sinan Tekerci schafften es nicht einmal in den Spieltagskader. Tekerci weiß, dass er bis zur Schließung des Transferfensters am 31. August gehen kann (Eintracht Trier bleibt ein Thema). Auch Skenderovic würde man keine Steine in den Weg legen, doch mit ihm gab es bisher kein Gespräch. Der Weggang zumindest eines Spielers dürfte Voraussetzung sein, um noch einen Mittelstürmer zu holen.

Melkamu Frauendorf bringt Tempo ins Spiel. Foto: Pressefoto Baumann

Abstimmungsprobleme Insgesamt stehen die Kickers defensiv zwar stabil, doch bei den bisherigen Gegentoren wurden Abstimmungsprobleme deutlich. Bälle kamen nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone, die wuchtigen Gegenspieler blockten geschickt und zeigten sich handlungsschneller.

Gradlinigkeit Die Blauen machen zu wenig aus ihrem Ballbesitz. Oft mangelt es an Gradlinigkeit im letzten Drittel. Schneller und schnörkelloser müsste in gefährliche Zonen gespielt werden, um mehr Torchancen zu generieren. Auch Siebrecht sieht noch Luft nach oben, hält dies aber für völlig normal: „Wir gehen unseren Weg und entwickeln uns Schritt für Schritt weiter. Wir bewerten die Anfangserfolge nicht über, werden garantiert nicht nachlässig, aber sie geben uns Selbstvertrauen, und es macht großen Spaß, mit diesem Team zu arbeiten.“