Enttäuschte Kickers-Gesichter in Alzenau 2019: Nico Blank, Sebastian Schaller, Ramon Castellucci, Shkemb Miftari, Michael Klauss (v. re.). Foto: Pressefoto Baumann

Vor sechs Jahren platzte im Spiel beim FC Bayern Alzenau der Aufstiegstraum der Stuttgarter Kickers. Nur ein Spieler von damals ist noch dabei, wenn es nun zur Neuauflage kommt.

Nico Blank möchte derzeit öffentlich nicht reden. Weder über seine aktuelle Situation, noch über das anstehende Spiel beim FC Bayern Alzenau (Samstag, 14 Uhr) und die Erinnerungen an diesen Gegner.

 

Der Mittelfeldspieler der Stuttgarter Kickers kam in den bisherigen acht Regionalligaspielen nur drei Mal zum Einsatz. Jedesmal wurde der 28-Jährige dabei eingewechselt, insgesamt nur 74 Spielminuten stehen für das Urgestein der Blauen bisher zu Buche. Die Konkurrenz auf seiner angestammten Position im zentralen Mittelfeld ist mit Maximilian Zaiser, Per Lockl, Lukas Kiefer und David Tomic groß.

Und rechts in der Viererkette bekam bisher der 22-jährige Neuzugang David Udogu den Vorzug. Unabhängig von seinen Spielzeiten, ist Blank ein wichtiger Spieler für die Mannschaft, der hohe Wertschätzung genießt. Er ist kein Lautsprecher, doch mit seiner sozialen Kompetenz gehört er zusammen mit Routiniers wie Felix Dornebuch, David Braig oder Lukas Kiefer (seinem Nachfolger als erster Kapitän) zu den Führungskräften im Team.

Frust pur bei den Kickers 2019 in Alzenau. Foto: Pressefoto Baumann

Seit der C-Jugend spielt die treue und zuverlässige Allzweckwaffe für die Kickers. Und natürlich war er auch am 5. Juni 2019 im zweiten Aufstiegsrundenspiel der Blauen beim FC Bayern Alzenau mit am Ball. Als einziger Spieler, der auch heute noch im Verein ist. Die Degerlocher hatten sich ein Jahr nach dem Abstieg aus der Regionalliga als Oberliga-Vizemeister für die Aufstiegsrunde qualifiziert – fünf Punkte hinter Meister und Direktaufsteiger Bahlinger SC. Die Kickers hätten nach dem 1:1 im ersten Spiel daheim vor 3780 Zuschauern gegen Röchling Völklingen in Alzenau gewinnen müssen, doch es reichte vor 2500 Zuschauern nur zu einem 1:1. Nach dem Abpfiff flossen Tränen bei Spielern und mitgereisten Fans.

Alle drei Aufstiegsrundenspiele waren unentschieden ausgegangen. Die von Angleo Barletta trainierten Alzenauer, die in Völklingen 2:2 gespielt hatten, schafften wegen der am meisten erzielten Auswärtstreffer den Sprung in die Regionalliga. Dort hielt sich der Club aus dem unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg zunächst zwei Jahre. Danach folgten drei Spielzeiten in der Hessenliga, ehe der FCB nun in die Regionalliga zurückkehrte und mit aktuell nur einem Saisonsieg (2:1 beim Bahlinger SC) auf dem vorletzten Tabellenplatz rangiert.

Die Kickers hatten sich nach dem Trauma von Alzenau von Trainer Tobias Flitsch und dem Sportlichen Leiter Martin Braun getrennt. Ramon Gehrmann und Lutz Siebrecht übernahmen. Unter Coach Mustafa Ünal und Sportdirektor Marc Stein gelang 2023 der Aufstieg in die Regionalliga. Inzwischen stehen Trainer Marco Wildersinn und Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht in der Verantwortung. Ein Wiedersehen mit Alzenau feiert am Samstag aber nur einer: Urgestein Nico Blank.

Aufstellungen am 5. Juni 2019

FC Bayern Alzenau: Takidis – Kaiser, Milosevic, Auer, Calabrese – Konate Lueken (90. Sejdovic), Wilke, Ljubicic, Kalata (69. Niesigk) – Alessandro (59. Bari), Selishta.

Stuttgarter Kickers: Castellucci; – Ludmann, Auracher, Feisthammel, Niedermann – Blank, Kling (79. Badiane), Astray (74. Vochatzer), Klauß – Amachaibou (56. Soultani), Miftari.

Tore: 1:0 Selishta (78. Foulelfmeter), 1:1 Soultani (87. Foulelfmeter).