Die untere Königstraße soll schöner werden. Mit einem Millionen-Budget soll die City-Initiative die Attraktivität steigern. Das ist geplant.
Ende 2026 soll der neue Stuttgarter Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Endlich, nach über 15 Jahren Bauzeit. Man sollte meinen, dass die Stadtverwaltung genug Zeit hatte, sich auf die Eröffnung vorzubereiten. Doch nun wird es knapp, um das Umfeld und vor allem das Tor zur Innenstadt an der unteren Königstraße rechtzeitig aus seiner Tristesse zu befreien.
Die Probleme liegen auf der Hand: Die Klett-Passage hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Polizei spricht von Menschen, die dort lagern, illegale Geschäfte machen, ihre Notdurft verrichten und Passanten belästigen. Und auch für die Drogenszene sei der Untergrund am Hauptbahnhof noch immer ein Umschlagplatz. Auch auf der unteren Königstraße reißt die Kritik nicht ab. Zu viel Müll, Menschen in Schlafsäcken sowie Gruppen aus Osteuropa, die auch mal gerne ihre Wäsche im Pusteblumenbrunnen reinigen. Hinzu kommt noch die Großbaustelle der LBBW Immobilien an der Königstraße 1 bis 3, die erst 2028 abgeschlossen sein wird. Egal wen man in Stuttgart fragt: Die untere Königstraße muss schleunigst an Attraktivität gewinnen.
Doch die Stadtverwaltung scheint das bis Ende 2026 nicht mehr hinzubekommen, deshalb gibt es nun einen neuen Plan. Initiiert von der CDU-Gemeinderatsfraktion soll die City-Initiative Stuttgart (CIS) um Geschäftsführer Holger Siegle die Attraktivitätssteigerung der unteren Königstraße federführend übernehmen. Dafür sollen im kommenden Doppelhaushalt 2,05 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Da auch die Grünen den Antrag der Christdemokraten mittragen wollen, gibt es auf sehr wahrscheinlich eine Mehrheit im Gemeinderat für dieses Projekt.
Die CDU kann sich gut vorstellen, dass mit dem Geld der Bodenbelag erneuert wird, „unattraktive Einbauten und Möblierungen entrümpelt werden“, neues und hochwertiges Mobiliar hinzukommt, die Königstraße besser beleuchtet wird, mehr Pflanzen, Licht- und Wasserinstallationen ergänzt werden, welche die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität deutlich verbessern sollen. „Wir sehen den Bereich vor dem ehemaligen Hindenburgbau und die untere Königstraße bis zum Pusteblumenbrunnen hier als besonders aufwertungsbedürftig an“, heißt es im Antrag weiter.
Wasser, Illuminationen und Pflanzen
Bei der CIS freut man sich, die Aufgabe angehen zu können: „Dass die untere Königstraße seit Jahren nicht mehr das Bild abgibt, welches einer Landeshauptstadt würdig ist, war unseren Mitgliedsunternehmen seit Langem ein Dorn im Auge“, sagt City-Manager Holger Siegle. Man freue sich sehr über das entgegengebrachte Vertrauen. „Wir wünschen uns, dass die Stuttgarterinnen und Stuttgarter wieder stolz auf ihre Einkaufsmeile sein können und werden gemeinsam mit der Landeshauptstadt und vielen Playern vor Ort an diesem Projekt arbeiten.“ Dabei werde es wichtig sein, von der Stadtverwaltung weiterhin unterstützt zu werden und im Austausch zu bleiben. In den nächsten zwei bis drei Wochen soll ein erster Ideenworkshop mit allen Beteiligten stattfinden. Der Kontakt zu einem Planungsbüro ist schon hergestellt, erste Vorstellungen sind kommuniziert: Es braucht Stadtmobiliar, Illuminationen. Auch Wasser, Begrünung und Verschattung sind Themen bei der CIS. Bei der Umsetzung werden „die Anrainer der in diesem Gebiet angesiedelten Immobilien eine tragende Rolle spielen“, sagt Siegle. „Wir wünschen uns, dass die Stuttgarter Bevölkerung voll und ganz hinter uns und diesem Projekt steht. Nur gemeinsam schaffen wir es, dass die längste Einkaufsmeile Deutschlands wieder ein attraktiver Ort wird, an dem sich Menschen von nah und fern gerne aufhalten“, appelliert Siegle an die Stuttgarterinnen und Stuttgarter.
„Nur eine attraktive und lebenswerte Innenstadt mit einer hohen Aufenthaltsqualität kann auch eine vitale Innenstadt sein. Darauf werden wir in den kommenden Wochen und Monaten unsere ganze Energie verwenden.“