Weshalb musste der Stuttgarter Hauptbahnhof am Wochenende stundenlang gesperrt werden? Berichte von Augenzeugen deuten darauf hin: Offenbar nicht nur wegen eines einzelnen Koffers.
Der aufgefundene verdächtige Gegenstand, der am Samstagabend am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem Großeinsatz und einer stundenlangen Sperrung geführt hat, ist offenbar nicht nur ein einzelner Koffer gewesen. Wie Augenzeugen berichteten, hatten es die Sprengstoffexperten der Polizei gleich mit mehreren Gepäckstücken zu tun. Dies könnte erklären, warum erst Stunden später Entwarnung gegeben werden konnte. Die Bundespolizei äußerte sich am Montagmorgen zunächst nicht. „Wir ermitteln weiter“, sagte ein Sprecher.
Mit was es die Polizei zu tun hatte, konnten Augenzeugen jedoch hinter einer Absperrung erkennen. Demnach standen im östlichen Bereich auf einer handelsüblichen Sackkarre mehrere Gegenstände. Alles war den Schilderungen zufolge in blaue Mülltüten verpackt und komplett mit Klarsichtfolie fest umwickelt. Die Sprengstoffexperten mussten deshalb alle Gegenstände zusammen röntgen. Die Bundespolizei hatte nach Abschluss des Einsatzes von einem „nicht alltäglichen, aber ungefährlichen Gegenstand“ gesprochen, der sich in den Paketen befunden habe.
Vier Stunden lang gesperrt
Der Stuttgarter Hauptbahnhof war am Samstagabend gegen 19.30 Uhr wegen der „besonderen Beschaffenheit eines aufgefundenen Gegenstandes“ gesperrt worden. Erst um 23.32 Uhr wurden die Gleise wieder freigegeben.
Noch am Sonntag waren Auswirkungen zu spüren. Tausende Reisende waren von Verspätungen und Zugausfällen betroffen. Der S-Bahn- und Stadtbahnverkehr konnte allerdings während der gesamten Zeit unbehindert weiter laufen.