Das Mercedes-Abfindungsprogramm richtete sich an rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Das Abfindungsprogramm bei Mercedes-Benz ist beendet. Zu wie vielen Abgängen kam es im Zuge dessen? Eine Zahl kursiert nun.

Im April 2025 hatte bei Mercedes-Benz ein Abfindungsprogramm begonnen. Das Angebot richtete sich an rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland.

 

Es galt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit, sowohl Mitarbeiter als auch der Konzern mussten der Trennung zustimmen. Ende März lief das Abfindungsprogramm nun planmäßig aus.

5500 Mitarbeiter sollen Mercedes verlassen haben

Den Stuttgarter Autohersteller sollen durch das Programm rund 5500 Beschäftigte verlassen haben. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider. Der Konzern kommentierte diese Information gegenüber dem Wirtschaftsmedium nicht.

„Konkrete Zahlen, wie viele Mitarbeitende sich für eine Abfindung entschieden haben, nennen wir nicht“, teilt er auch gegenüber unserer Redaktion mit. Beim „Auto-Talk“ unserer Zeitung im Oktober vergangenen Jahres hatte der Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali gesagt, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits „einige Tausend“ Mercedes-Beschäftigte das Abfindungsangebot angenommen hätten.

Mit Verweis auf Unternehmenskreise schreibt das „Handelsblatt“, dass das Management mit der Anzahl an Abgängen – also besagten rund 5500 – „nicht ganz zufrieden“ sei. Es habe mit mehr Weggängen gerechnet. Nach Informationen unserer Zeitung allerdings verlief das Programm „im gewünschten Rahmen“. Das Management soll demnach nicht unzufrieden sein.

Mercedes äußert sich zum Maßnahmenpaket

In dem Medienbericht heißt es, dass Mercedes laut Eingeweihten einen Personalabbau im hohen vierstelligen Bereich anstrebte. Wie der Konzern dazu mitteilt, gebe es kein „konkretes übergeordnetes Stellenabbauziel“. Zudem gehe es „nicht darum, an einem Wettbewerb teilzunehmen, wer die meisten Beschäftigten abbaut“, erklärt der Autobauer. „Die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen läuft erfolgreich“, teilt er in Bezug auf das mit dem Gesamtbetriebsrat zusammen vereinbarte Paket mit, das er Anfang März 2025 verkündete.

Mercedes-Benz um seinen Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius will mit dem NLP-Programm jährlich Milliarden einsparen. Foto: dpa

Dieses Spar- und Effizienzprogramm trägt den Namen „Next Level Performance“ (NLP). Mit ihm will Mercedes-Benz bis 2027 jährlich rund fünf Milliarden Euro einsparen. Der Konzern will unter anderem die Produktionskosten reduzieren, die gegenüber dem Jahr 2024 um zehn Prozent sinken sollen. Das Abfindungsprogramm war Teil von NLP – „mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern und unsere finanziellen Ziele zu erreichen“, so Mercedes.

Die Abfindungsangebote richteten sich an Beschäftigte, die in indirekten Bereichen tätig sind – also nicht in der Produktion, sondern beispielsweise im Personalwesen oder in Vertrieb und Marketing. Einzelnen Beschäftigten soll der Autohersteller bis zu 500.000 Euro angeboten haben.

Auch durch das Nicht-Nachbesetzen von frei werdenden Stellen wird Personal abgebaut. Beim Senken der Personalkosten gehe man sozialverträglich und fair vor, so der Konzern, bei dem noch bis Ende 2034 eine Beschäftigungssicherung gilt.

Mercedes steckt in schwieriger Situation

Mercedes befindet sich in einer Krise. 2025 musste der Autohersteller einen erheblichen Einbruch seines Ergebnisses hinnehmen, etwa wegen der US-Zölle und des harten Wettbewerbs auf dem chinesischen Markt. Der operative Gewinn sank im Vergleich zum Jahr davor um 40 Prozent.

Die Geschäftszahlen zeigten auch: Die Aufwendungen für die Restrukturierung – vor allem Abfindungen und weitere Kosten des Personalabbaus – beliefen sich 2025 auf 1,6 Milliarden Euro. Der Großteil entfiel auf die Autosparte Mercedes-Benz Cars (1,2 Milliarden Euro).