Es ist wieder Zeit für bunte Eiskugeln. Foto: picture alliance/dpa, Jens Kalaene (Symbolbild)

Auch vor der aktuellen Ölkrise durch den Iran-Krieg schlug die Inflation schon in Eisdielen in Stuttgart zu. Der Blick auf die Preise lässt nicht alle kalt.

Jetzt im April geht die Eis-Saison so richtig los, doch schon im Februar waren die ersten Cafés am Start: Die ersten warmen Temperaturen des Jahres hatten bei Benjamin Rossaro, Inhaber des Eiscafés Mica am Kronprinzplatz bereits bei einem Besuch vor einigen Wochen rege Betriebsamkeit ausgelöst. Eis wurde gemacht – „nach Ururomas Rezepten“ –, frische Erdbeersoße angerührt und Waffelteig gemischt. „Wir haben die ganze Woche produziert. Und natürlich musste das Personal zusammengerufen werden für den Start in die Hauptsaison.

 

Auch vor dem Eisrondell Venedig auf der Königsstraße bildeten sich an den ersten warmen Frühlingstagen Ende Februar schon am Vormittag lange Schlangen. „Eis macht einfach gute Laune“, sagte Marija Doli. Die 28 Jahre alte Mutter war mit ihrer viereinhalbjährigen Tochter aus Reutlingen angereist. Allerdings bekam die gute Laune einen kleinen Dämpfer. Das erhoffte Erdbeereis war nicht vorrätig, und da blieb die Kleine eisern: Nein, Himbeereis wolle sie nicht.

Bei Benjamin Rossaro im Eiscafé Mica gibt es üppige Kreationen und Kugeln to go. Foto: Eberhard Wein

„Hier gibt es das beste Eis in Stuttgart

Zum Glück gibt es noch weitere Eisdielen in der Stuttgarter Innenstadt, und die meisten haben ohnehin ganzjährig geöffnet. Nein, es sei nicht sein erstes Eis in diesem Jahr, räumte ein älterer Herr ein, der sich an der Eisdiele am Königsbau mit zwei Kugeln im Becher eindeckte. „Hier gibt es das beste Eis in Stuttgart, da kenne ich mich aus“, behauptete er.

Allerdings gab er auch zu: Der Preis sei ziemlich hoch, „eigentlich zu hoch“. 2,30 Euro kostet die Kugel. Am Rondell kosten besondere Sorten sogar noch 20 Cent mehr. „Ganz schön heftig“, findet auch Marija Doli. „Letztes Jahr habe ich die Kugel doch noch unter zwei Euro bekommen, glaube ich.

2,50 Euro im Eiscafé Mica – kein Mehrwertsteuer-Effekt

Im Eiscafé Mica sind 2,50 Euro sogar der Standardpreis. In der vergangenen Saison waren es noch 2,30 Euro. „Wir müssen den Preis den wirtschaftlichen Realitäten in der Stuttgarter Innenstadt anpassen“, sagt Benjamin Rossaro.

Ein Preistreiber sei der höhere Mindestlohn, ein anderer die hohen Mieten. Die Mehrwertsteuersenkung hat beim Eis „auf die Hand“ hingegen keine Auswirkungen. Beim Außerhausverkauf galt schon bisher der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent.

Fünf Kugeln für eine D-Mark

Vor Rossaros Eisdiele sitzen beim letzten Besuch zwei Damen mittleren Alters und trinken einen Espresso. Aus dem Raum München sind sie gekommen, um ein Geburtstagsgeschenk einzulösen.

So lange vertreiben sich die Damen ihre Zeit in der Stuttgarter City und können dort sogar im T-Shirt sitzen. In München seien die Eispreise ähnlich, sagen sie. Die Inflation sei allerdings deutlich spürbar: „Als ich Kind war, habe ich für eine Mark fünf Kugeln bekommen“, meint eine der beiden.

Dieser Artikel erschien erstmals am 27. Februar 2026 und wurde am 7. April aktualisiert.