Jovan Milosevic ist seit Anfang des Jahres zurück beim VfB. Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH

Lange deutete einiges auf eine Verlängerung der Leihe in Belgrad hin, inzwischen aber ist die Spur zu Partizan kälter geworden. Wie der VfB mit seinem Angreifer plant.

Zum Einsatz kam er in diesem Jahr noch nicht, im Fokus steht Jovan Milosevic beim VfB Stuttgart dennoch: Während der Stürmer beim Testspiel gegen den FC Luzern (3:2) wegen einer Handverletzung aussetzte, drehte sich abseits des Platzes einiges um seine Zukunft. Bleibt er? Geht er? Wenn ja, wohin? Seit Ende der Leihe zu Partizan Belgrad im Dezember begleiten den 20-Jährigen diese Fragen regelmäßig – und eine schnelle Lösung zeichnet sich nicht ab.

 

Lange deutete vieles auf eine Verlängerung des Leihgeschäfts mit dem serbischen Traditionsclub hin, wo Milosevic in der Hinrunde aufgetrumpft und sich in den Fokus geschossen hatte (16 Tore in 23 Pflichtspielen). Allerdings kam es bislang zu keiner Einigung mit Partizan, weshalb man beim VfB vorerst Abstand von dieser Option genommen hat und nun andere Varianten prüft.

Ermedin Demirovic und Jeremy Arevalo: Neue Konkurrenz im Sturm

Dass es zu keiner Leihe in diesem Winter kommt, heißt das aber nicht. Im Gegenteil. Dieses Szenario kann man sich beim VfB weiterhin gut vorstellen. Denn durch die Verpflichtung von Jeremy Arevalo und die Rückkehr des monatelang verletzten Ermedin Demirovic stehen seit Jahresbeginn zwei weitere Stürmer zur Verfügung neben Deniz Undav. Wie viel Spielpraxis Milosevic als Teil dieses Quartetts bekommen würde, ist ungewiss. Und eben diese Einsatzzeiten sollen weiter gewährleistet werden, um den zuletzt guten Rhythmus des jungen Serben nicht zu brechen in dieser wichtigen Phase für seine Entwicklung. Hinzu kommt: Die U 21 der Stuttgarter fällt als Ort der Spielpraxis weg, da Milosevic als Nicht-EU-Bürger hier keine Spielberechtigung hätte.

Ermedin Demirovic ist wieder fit und drängt zurück ins Team. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB hält deshalb Augen und Ohren offen – wobei das Profil eines Leihvereins klar umrissen ist: Im Idealfall soll es zu einem Club in eine erste Liga im Ausland unterhalb der Top-Spielklassen (England, Spanien, Italien, Frankreich) gehen, was in der jüngeren Vergangenheit schon öfter die temporäre sportliche Heimat für Stuttgarter Leihspieler war. Heiß ist im Moment aber nichts im Fall von Milosevic, Zeitdruck herrscht ebenfalls keiner: Das Wechselfenster schließt am 2. Februar, in manche Ligen kann man auch danach noch wechseln. Nach Österreich oder in die Türkei etwa bis zum 6. Februar.

Und sollte sich nichts Passendes ergeben? Dann ist auch ein Verbleib denkbar verbunden mit einer Herausforderer-Rolle im Stuttgarter Sturm. Sebastian Hoeneß jedenfalls hat die Entwicklung des Angreifers genau verfolgt und schon ein Profil vor Augen. „Er ist nicht der klassische Mittelstürmer“, sagt der VfB-Trainer, „er hat Qualitäten, sich auch mal fallen zu lassen und den finalen Pass zu spielen.“

In Hektik will man beim VfB ob der offenen Personalie nicht verfallen. „Er hatte ein sehr gutes halbes Jahr in Serbien und hat dort gezeigt, dass er Tore machen kann“, sagt Hoeneß. „Jetzt schauen wir ihn in Ruhe an und werden dann von da aus weiter entscheiden, wie die Zukunft aussehen wird.“ Das Thema dürfte die Stuttgarter also in den kommenden Wochen weiter begleiten.