Ermedin Demirovic hat sich mit der erfolgreichen WM-Qualifikation einen Traum erfüllt. Foto: IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto/MIS

Der Stürmer will sein Versprechen in jedem Fall einlösen – im Stadion wird es aber wohl nicht dazu kommen. Im Hause Demirovic laufen derweil die Planungen für den Sommer auf Hochtouren.

Natürlich war auch Ermedin Demirovic niedergeschlagen nach der 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund. Aber es gibt in diesen Tagen dieses eine Thema, das beim Stürmer des VfB Stuttgart umgehend als Stimmungsaufheller wirkt und ihm ein Lächeln ins Gesicht zurückbringt: die Weltmeisterschaft im Sommer, für die sich Demirovic mit Bosnien-Herzegowina qualifiziert hat. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes nach 2014. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Vorfreude in mir herrscht“, sagt der 28-Jährige. „Ich habe als kleines Kind davon geträumt. Aber ehrlich gesagt war es immer sehr weit entfernt.“

 

Seit den erfolgreichen Play-offs gegen Italien herrscht in dem Land sportlicher Ausnahmezustand und eine riesige Euphorie. Zur WM reist die Mannschaft zwar keineswegs als Favorit, aussichtlos geht sie in ihrer Gruppe aber mitnichten ins Rennen. Kanada, die Schweiz und Katar sind die Gegner – und schon der dritte Platz kann reichen fürs Weiterkommen ins Sechzehntelfinale.

Ermedin Demirovic: „Das Versprechen wird in jedem Fall eingelöst“

So weit will der VfB-Stürmer noch nicht denken. Für Bosnien sei die bloße Teilnahme „gefühlt der Weltmeisterschaftstitel. Wenn wir alles verlieren und uns gut geschlagen haben und die Fans damit froh sind, dann ist es für mich genauso ein Erfolg“, sagt Demirovic, für den es privat gerade kaum ein anderes Thema als das Turnier in Amerika gibt. „Wir sprechen jeden Tag darüber, die Planungen laufen. Wir machen wir es? Wie kriegen wir alle rüber? Wo werden wir untergebracht sein?“

Im Nationalteam bildet Demirovic meist eine Doppelspitze mit Routinier Edin Dzeko (Mitte). Foto: IMAGO/EPA

All das ist aber nicht das Einzige, was es zu organisieren gilt: Demirovic hat für den Fall der erfolgreichen WM-Qualifikation Freibier in Stuttgart versprochen – und will nun Wort halten. Einen ersten Austausch mit dem Verein gab es bereits, in den kommenden Tagen soll das Ganze konkretisiert werden. Zwei Dinge lassen sich dabei schon jetzt festhalten: Die Ankündigung wird in jedem Fall umgesetzt – und die Tendenz geht dahin, dass das nicht im Rahmen eines Heimspiels zustandekommt.

„Es ist nicht so einfach zu sagen, wir organisieren Freibier im Stadion. So wie es aussieht, wird es schwierig, dass es bei einem Spiel passieren wird“, sagt Demirovic – versichert aber zugleich: „Wir werden schon was Gutes finden, eine gute Lösung, bei der das Versprechen auf jeden Fall eingelöst wird. Ich habe es nicht vergessen, ich drücke mich auch nicht davor.“

Selbst mittrinken wird Demirovic dann übrigens nicht, da er persönlich keinen Alkohol konsumiert. „Da habe ich mir einiges anhören müssen zuhause, weil es meinem Lebensstil widerspricht. Ich möchte aber auch keine Spaßbremse für andere sein, die es gerne trinken.“ Zugleich soll es dem Stuttgarter Stürmer zufolge bei der Freibier-Aktion auch eine alkoholfreie Variante geben: „Da werden wir da eine Mischung finden.“ Wie auch immer die genaue Umsetzung letztlich aussehen wird.