VfB-Stürmer Ermedin Demirovic feiert sein entscheidendes Tor gegen den SC Freiburg auch mit Ehefrau Sandra und Tochter Leana. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Der Siegtreffer gegen Freiburg hat der Stürmerseele von VfB-Profi Ermedin Demirovic sehr gutgetan. Den Frust seiner dreimonatigen Verletzung hat er nun abgeschüttelt.

Ginge es nach der Torquote des Ermedin Demirovic, dann könnte der Gegner des VfB jede Woche SC Freiburg heißen. Denn gegen die Breisgauer hat der Mittelstürmer der Stuttgarter ein besonders feines Füßchen. In den vergangenen vier Spielen hat der 27-Jährige immer sein Tor gegen den Sport-Club gemacht. Im Hinspiel traf Demirovic bei der 1:3-Niederlage in Freiburg sehenswert mit der Hacke. Ein Treffer, der als „Tor des Monats“ September nun bei der Wahl zum „Tor des Jahres 2025“ der ARD-„Sportschau“ auf dem neunten Platz landete.

 

„Demi macht ein Traumtor gegen uns – wieder mal. Ich habe den Ball spät gesehen, er trifft ihn gut, und er ist dann schwer zu halten“, sagte der SC-Torhüter Noah Atubolu nun am Sonntag zum erneuten Demirovic-Treffer, der in der mit 60 000 Fans ausverkauften MHP-Arena eine Explosion der Gefühle auslöste.

Ermedin Demirovic zieht bei seinem Treffer zum 1:0 gegen Freiburg beherzt ab. Foto: Baumann/Volker Müller

Erst für die Schlussviertelstunde in die Partie gekommen, nahm Demirovic einen Querpass von Deniz Undav mit dem ersten Kontakt glänzend an – und zog dann mit Vollspann zum 1:0-Siegtreffer ab. „Es war ein besonderes Tor für mich, weil der Ball von außerhalb des Strafraums reingegangen ist. Ich wurde vorher bestimmt tausendmal darauf angesprochen“, sagte der überglückliche Demirovic. Denn das goldene VfB-Tor des Nachmittags war zum einen sein 50. Bundesligatreffer – und zugleich das erste Tor, welches der in Hamburg geborene Nationalstürmer von Bosnien-Herzegowina nicht innerhalb des Sechzehners erzielt hatte.

Vor allem aber dürfte dieses Erfolgserlebnis, sein fünftes Saisontor in der Bundesliga, bei dem Mittelstürmer für weiteren Aufwind sorgen. Denn Ermedin Demirovic ist einerseits ein Vollblutfußballer, andererseits aber auch ein emotionaler, reflektierter und selbstkritischer Typ. Bei sportlichen Rückschlägen denkt er lange nach – umso intensiver genießt er da die Glücksmomente wie den gegen Freiburg. Und so war es kein Zufall, dass Ermedin Demirovic noch in Kickstiefeln und mit freiem Oberkörper an der unteren Bande des Stadions mit seiner Familie feierte, die einjährige Tochter Leana hatte er dabei im Arm.

„Für mich bedeutet das so viel, dass sie da ist. Ich bin sehr familiär. Das ist schon etwas Schönes“, sagte Demirovic, dessen Tochter in der vergangenen Woche Geburtstag hatte: „Bei der Feier habe ich zu allen gesagt, dass es ein schöner Tag war. Aber jetzt fehlt nur noch, dass ich ein Tor mache. Ich werde treffen.“

Bereits beim 3:2-Erfolg gegen Bern in der Europa League hatte er einen Treffer erzielt – und schüttelte nun endgültig die Tristesse der Monate Oktober bis Dezember 2025 ab. Ein beginnender Ermüdungsbruch im Fußwurzelknochen war damals diagnostiziert worden – und Demirovic, der mit drei Bundesligatoren in sechs Spielen stark in die Saison gestartet war, musste seine Leaderrollle ganz vorne drin beim VfB fürs Erste verletzt abgeben.

Die übernahm umgehend Deniz Undav – und zwar als VfB-Matchwinner vom Dienst. Als der Kollege nun allerdings gegen Freiburg in der Rolle des Torjägers trotz vieler guter Chancen nicht zündete, übernahm Demirovic mit seinem Siegtreffer. Dass Undav die Vorlage dazu lieferte, zeigte nicht zuletzt: Es geht auch mit der Kombination Undav und Demirovic.