Sollen in der zweiten Saisonhälfte für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen: Ermedin Demirovic (li.) und Jeremy Arevalo. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch (2)

Im Sturm hat der VfB wieder mehr Alternativen. Bereits am Samstag in Leverkusen besetzen Ermedin Demirovic und Jeremy Arevalo aber unterschiedliche Rollen.

Er hat sich zuletzt als Alleinunterhalter im VfB-Sturm sehr gut geschlagen: Deniz Undav ist mit sieben Toren und zwei Vorlagen Europas Topscorer des Monats November geworden – und hat als Solist mit sechs Treffern in Serie den Clubrekord von Jürgen Klinsmann (fünf Tore hintereinander) überboten.

 

Auch mit Blick auf das Bundesliga-Topspiel der Stuttgarter beim Dritten Bayer Leverkusen an diesem Samstag (18.30 Uhr) ist davon auszugehen, dass es Undav ganz vorne drin zunächst wieder alleine richten muss. Doch doppelte Unterstützung ist unterm Bayer-Kreuz mit an Bord – und zwar in Form einer Soforthilfe durch Rückkehrer Ermedin Demirovic, der vor seiner langwierigen Fußverletzung mit fünf Pflichtspieltreffern ebenfalls sehr gut drauf gewesen ist. Sowie mittels eines Stürmers, den der Trainer Sebastian Hoeneß „ein Versprechen für die Zukunft“ nennt.

Neuzugang Jeremy Arevalo ist in Leverkusen ebenfalls mit dabei, soll aber zunächst nur punktuell seine Nadelstiche auf dem Feld setzen. In erster Linie soll sich der in Spanien geborene Nationalspieler Ecuadors in den kommenden Wochen „integrieren und akklimatisieren“. Als Langzeitprojekt also.

Da liegen die Dinge bei Demirovic ganz anders: Ehe er sich in der Schlussphase des Heidenheim-Spiels verletzte, war er in Abwesenheit des damals fehlenden Deniz Undav der Stürmer Nummer eins beim VfB. Bereits in der Testpartie am Montag gegen Luzern (3:2) war Demirovic anzumerken, dass er bei seinem Comeback quasi im Stile eines Rennpferdes, das endlich aus der Box will, ungeduldig auf weitere Einsätze brennt.

Auch der Trainer Sebastian Hoeneß sagt: „Medo wird schnell ein Faktor sein – er benötigt keine lange Eingewöhnungszeit.“ Und dennoch wird der 27-Jährige seine ehrgeizigen Ambitionen ein wenig zügeln müssen. „Er kommt gut durch die Einheiten durch, das ist das Entscheidende“, sagt Hoeneß, schränkt aber gleichzeitig ein: „Er hatte drei Monate lang kein Teamtraining.“ Das hört sich nicht nach einem Startelfeinsatz in Leverkusen an, doch als Joker für die letzte halbe Stunde ist Ermedin Demirovic immer eine Option.

Wie einst Giovane Elber: Jeremy Arevalo spielt bei kalten Temperaturen mit kurzem Trikot und Handschuhen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

„Er ist gut im Rhythmus und fit“, sagt Hoeneß derweil über Jeremy Arevalo, Neuzugang vom spanischen Zweitligisten Racing Santander, den der Trainer dennoch ganz behutsam aufbauen will. „Er spielt jetzt in einem anderen Land, auf einem anderen Level“, sagt Hoeneß über den 20-jährigen Linksfuß. In seinem ersten Einsatz im VfB-Dress gegen Luzern lief Arevalo bei Minusgraden im Giovane-Elber-Stil in einem kurzen Trikot samt Handschuhen auf, machte dabei einen körperlich robusten Eindruck – doch ihm fehlte noch die Bindung zum Spiel der Kollegen.

„Wir haben die begründete Hoffnung, dass er zeitnah gute Impulse geben kann“, sagt Hoeneß, der über Arevalo trotz der hohen Ablösesumme von sieben Millionen Euro die schützende Hand legt. Wann der Nationalspieler Ecuadors eine vollwertige Alternative zu Undav und Co. sein werde, das könne laut Hoeneß „in sechs Wochen, aber auch erst in sechs Monaten“ der Fall sein.

Zwar ist Arevalo mit 1,80 Metern deutlich kleiner als der zu Newcastle United abgewanderte Nick Woltemade (1,98 Meter). Dennoch sieht Hoeneß Parallelen, weil der ebenfalls technisch starke Arevalo auch gerne aus dem offensiven Mittelfeld nach vorne stößt: „Jetzt geht es wie damals bei Nick auch darum, ihn in die Mittelstürmerposition zu bringen.“