Glänzende Stimmung im B-Block beim Spiel der Kickers gegen den SV Sandhausen Foto: Baumann

Nach dem 3:2 von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen den SV Sandhausen haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.

Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am Sonntag vor 5120 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen den SV Sandhausen mit 3:2 gewonnen. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.

 

Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „Das war ein hochspannendes und hochemotionales Spiel. Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir jedes Heimspiel so bestreiten, aber das ist natürlich nicht immer möglich. Was wir uns vorgenommen haben war, von Beginn an das Stadion mitzunehmen, leidenschaftlich zu spielen, keinen Ball verloren zu geben, immer an uns zu glauben, auch wenn es Rückschläge gibt. Das haben wir bis zur allerletzten Minute gut hingekriegt. Das zeigt, was diese Mannschaft zu leisten im Stande ist. Und da ist noch viel mehr drin, denn wir haben auch heute viele Fehler gemacht. Insgesamt hat das heute Lust auf mehr gemacht. Wir können nicht jedes mal so einen Festtag haben wie heute. Was man aber festhalten kann ist, dass man an die Mannschaft glauben kann und dass man diese Mannschaft nicht abschreiben darf. Das Spiel war extrem anstrengend, hat viele Körner gekostet. Wir haben jetzt ein schweres Pokalspiel am Mittwoch vor uns. Auch wenn wir dort andere Spieler aufs Feld schicken sollten, hat das nichts damit zu tun, dass ich das Spiel auf die leichte Schulter nehme. Wir brauchen frische Beine, deshalb werden wir den einen oder anderen Wechsel vornehmen. David Braig war fit, er hätte starten können. Hat er aber nicht, was Gründe hat, über die ich hier nicht sprechen will.“

Olaf Janßen (Sandhausens Trainer): „Das hatte heute wenig mit Regionalligafußball zu tun. Das war schon echt brutal gut, brutal gut, was beide Mannschaften da gemacht haben. Das war Werbung für die Regionalliga Südwest. Ich kann nur fett unterstreichen, dass dies die stärkste in Deutschland ist. Wir waren heute in Sachen Torverteidigung zu nachlässig. Am Ende des Tages war es ein total verdienter Sieg der Kickers. Für uns wird es ein langer und steiniger Weg. Wenn ich das Niveau der Liga sehe, dann brauchen wir Geduld. Diese ist gefragt.“

„Gegentor nehme ich auf meine Kappe“

Bela Dumrath (Kickers-Torwart): „Wir sind super gestartet, haben aber leider kein Tor gemacht. Dann kommt Sandhausen vor unser Tor und geht mit 1:0 in Führung. Diesen Gegentreffer nehme ich auf meine Kappe. So etwas kommt vor, ich habe es schnell abgehakt, den Kopf oben behalten, und wir haben das Spiel gedreht. Der Ausgleich gleich nach der Pause hat uns viel Kraft gegeben.“

Maximilian Zaiser (Kickers-Spieler) – dazu, dass sein ehemaliger Mitspieler und VfB-Profi Angelo Stiller im Stadion war: „Ich wusste es nicht, dass Angelo kommt. Es freut mich natürlich, dass er da war und ich hoffe, dass er nach solch einem Spiel öfter vorbeischaut. Besser konnte es für uns nicht laufen. So ein klasse Spiel mit solch einem Ende – einfach grandios. Die Fans haben uns getragen. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen sind wir optimal gestartet. Jetzt wollen wir in Aalen weiterkommen, aber es könnte ein ekliges Spiel werden. Darauf stellen wir uns ein.“

David Tomic (Kickers-Spieler): „Das war ein heiß umkämpftes Spitzenspiel. Man hat gesehen, dass wir ein eingeschworener Haufen sind, der die Kickers-Tugenden mit Leidenschaft auf den Platz bringt. Ich finde auch, dass unsere Neuzugänge sehr gut integriert sind.“

Milan Perovic (Kickers-Spieler): „Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Beim Gegentor kam das Kommando Torwart, dann sprang der Ball mir unglücklich an den Fuß. In der ersten Halbzeit hätten wir aufgrund der großen Spielanteile in Führung gehen müssen. Das 1:1 war dann überfällig. Wir gehen sogar durch eine sehr schöne Kombination mit 2:1 in Führung. Dann führt ein Abstimmungsfehler zum 2:2. Aber es zeichnet uns aus, dass wir noch das 3:2 machen. Ich bin wahnsinnig stolz auf das Team.“

Pascal Testroet (Sandhausens Kapitän): „Wir hatten teilweise tolle Aktionen in unserem Spiel, aber sieben, acht Torchancen des Gegners dürfen wir einfach nicht zulassen, das geht gar nicht. Wenn man zwei Tore schießt, dann darfst du hier nicht verlieren. Die Null muss hinten bei uns einfach mal stehen. Das Kind ist für uns ja noch nicht in den Brunnen gefallen, aber ich hätte jetzt gerne mal ein Spiel, bei dem wir Favorit sind. Doch jetzt geht es nächsten Samstag im DFB-Pokal gegen RB Leipzig.“