Nach dem 0:1 von Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am Samstag vor 3180 Zuschauern gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit 0:1 verloren. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.
Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „In der ersten Hälfte hatten wir die Kontrolle über das Spiel, aber es sprang zu wenig Torgefahr heraus, bis auf die hundertprozentige Chance, die SG-Keeper Zapico hält. Mit dem 0:1-Rückstand sind wir gut umgegangen, wir hatten klarste Möglichkeiten, das Spiel zumindest auszugleichen. Wir sind bis zum Ende drangeblieben. Da war der absolute Wille bis zur letzten Sekunde vorhanden, das Tor zu machen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann natürlich auf mich einhauen oder auf die ganzen 18-, 19-, 20-Jährigen, die auf dem Feld stehen. Aber noch einmal: die Spieler haben den Willen, erfolgreich zu sein. Ich werde die Jungs aufbauen, wir werden nach vorne schauen und nächste Woche einen neuen Anlauf nehmen, drei Punkte zu holen. Was meine Person betrifft? Es ist nicht meine Aufgabe, mir darüber Gedanken zu machen. Da bin ich auch der falsche Ansprechpartner. Ich versuche, die Jungs zu entwickeln, wir haben sehr viele junge Spieler eingebaut. Das war der Plan vor der Saison. Den sind wir gemeinsam angegangen. Ich stehe da komplett dahinter. Dass es mal schwierige Phasen geben wird, das war uns allen klar. Wir stecken in dem Prozess drin, und es ist wichtig, dass wir weiter eine positive Energie an den Tag legen, um Dinge zu verbessern. Man sieht, wie schwierig es für die jungen Spieler ist, mit der negativen Atmosphäre, mit dem Unmut umzugehen. Deshalb werde ich positiv bleiben und die Spieler weiter unterstützen. Wir werden nächste Woche versuchen, einen Schritt nach vorne zu machen, um dann erfolgreich zu sein.“
Marcel Niesner (Fuldas Co-Trainer vertrat den kranken Chefcoach Daniyel Cimen): „Ich bin extrem froh und sehr stolz auf die Jungs. Ab dem verschossenen Elfmeter der Kickers hatte ich das Gefühl, dass es für sie sehr schwer wird, ein Tor zu erzielen. Wir haben uns in alles reingeworfen. Bei unseren Konterchancen hätten wir mit dem 2:0 den Deckel draufmachen müssen, so wird es ein Kampf bis zum Ende. Auch wenn es hier nicht viele hören wollen, ich finde es sehr beneidenswert, dass die Kickers mit sieben U-23-Spielern in der Startelf auflaufen. Da muss man vielleicht auch Fehler verzeihen und dem Prozess Zeit geben. Man sieht, was für Qualität da ist, doch Fußball wird nicht nur mit den Füßen, sondern auch mit dem Kopf gespielt.“
Maximilian Zaiser (Kickers-Spieler): „Die Regionalliga ist Woche für Woche ein Abnutzungskampf. Wir haben hundertprozentige Chancen vergeben, die Krönung war leider der verschossene Elfmeter. Als wir aufmachten, war klar, dass der Gegner zu Konterchancen kommt. Mir fehlen ein bisschen die Worte.“
Marlon Faß (Kickers-Spieler): „Wir wussten, dass es ein ekliges Spiel wird gegen einen unangenehmen Gegner. Wir haben es vor der Pause nicht geschafft, Druck zu machen. Nach der Halbzeit wurde es besser, doch wir haben klare Chancen ausgelassen. Beim Elfmeter habe ich Flamur gefragt, ob ich schießen kann. Der Jüngere muss da dann aber nachgeben. Jedoch: überhaupt kein Vorwurf an ihn, Flamur hat uns schon so oft gerettet. Wir können es insgesamt als Mannschaft besser und wollen das in den beiden noch ausstehenden Auswärtsspielen zeigen. Dass es schwer wird, weiß jeder.“
Per Lockl (Kickers-Spieler): „Die erste Halbzeit hatte irgendwie etwas von abtasten. Wir spielten zu verhalten. Nach dem Gegentor haben wir uns mit viel Willen aufgebäumt, da war eine Reaktion da, leider hat nicht alles geklappt. Dass der Elfer nicht reingeht, passte irgendwie ins Bild. Jetzt haben wir noch zwei schwere Auswärtsspiele, aber wir müssen uns nicht verstecken.“
Lukas Kiefer (Kickers-Kapitän): „Wir wollten unser Heimspieljahr unbedingt mit einem Sieg beenden. Es ist schwierig, eine richtige Erklärung zu finden. Die Stimmung ist jedenfalls sehr geknickt, aber solche Phasen gibt es im Fußball. Wir werden alles investieren, um in den letzten beiden Spielen des Jahres das Maximale rauszuholen.“