Enges Match in Freiberg: Kickers-Spieler David Udogu (li.) gegen Leon Petö. Foto: Baumann/Julia Rahn

Nach dem 1:2 der Stuttgarter Kickers in der Regionalliga beim SGV Freiberg haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.

Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am Ostermontag vor 3000 Zuschauern im Wasenstadion beim SGV Freiberg mit 1:2 verloren. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.

 

Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „Nach dem 0:1 sind wir gut im Spiel, hatten die Kontrolle und einige gute Angriffe. Das 1:2 bekommen wir zu schnell, da verteidigen wir die Tiefe zu schlecht. Aber man sieht auch die Qualität von Freiberg und Gal Grobelnik, der überragend abschließt. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles probiert und mussten das Risiko Schritt für Schritt erhöhen. Das gab Räume für der SGV, der dadurch ein Chancenplus hatte. Wir hatten aber auch unsere Momente, doch der letzte Pass, der konsequente Abschluss war uns nicht vergönnt. In den entscheidenden Momenten waren wir nicht präsent genug. Wir müssen das Spiel schnell abhaken und blicken auf das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Da gilt es für uns an den Mannschaften, die vor uns stehen, dran zu bleiben.“

Kushtrim Lushtaku (Freibergs Trainer): „Ich bin mega happy, dass wir gewonnen haben. Die Kickers spielen eine überragende Rückrunde, sehr kompakt, sehr stabil in den Abläufen. Ich wünsche den Kickers, dass sie den Pokal nach Hause bringen, zumal sie ja uns im Viertelfinale rausgeworfen haben. Wir müssen in den restlichen Ligaspielen konsequenter in der Chancenverwertung werden, daran arbeiten wir in den nächsten Wochen.“

Mario Estasi (Sportlicher Leiter des SGV): „Wir hatten Druck und wussten um die Qualität der Kickers, sie waren aber im letzten Drittel nicht effizient genug. Wir haben uns selbst das Leben schwer gemacht, weil wir das dritte Tor nicht machen. So etwas wird normalerweise bestraft. Es war nicht alles überragend bei uns, aber danach fragt schon morgen keiner mehr. Wir haben noch sieben Endspiele und wollen die Riesensensation Drittligaaufstieg schaffen. Den Kickers wünsche ich den Pokalsieg.“

Enttäuscht: Kickers-Stürmer Marlon Faß. Foto: Baumann/Julia Rahn

Per Lockl (Kickers-Spieler): „Es war ein ähnlich heißer Tanz wie im Pokal, nur dass wir diesmal nicht die Glücklicheren waren. Nach dem 0:1 hatten wir eine super Phase, leider bekommen wir nach unserem Ausgleich zu schnell das 1:2. Insgesamt hätten wir einfach zwingender sein müssen in der Box.“

Felix Dornebusch (Kickers-Torwart): „Das war ein Spiel mit vielen unterschiedlichen Phasen. Mal waren wir besser, mal die Freiberger. Nur sie machen eben zwei Tore, wir nur eines. Das ist der Unterschied, warum der SGV ganz oben an der Spitze steht und wir nur im Mittelfeld. Wir waren zu harmlos vor dem Tor – trotz mehr Ballbesitz. Wir sind noch nicht reif genug gegen eine solch abgezockte Herrenmannschaft.“

Christian Mauersberger (Kickers-Spieler): „Der SGV war cleverer und reifer. Im Pokalspiel hatten wir die entscheidenden Momente auf unserer Seite, diesmal war es umgedreht. Wir haben dem SGV alles abverlangt, aber leider haben die klaren Chancen auf unserer Seite gefehlt.“

Paul Polauke (SGV- und Ex-Kickers-Spieler): „Ich habe mich bei meinem Torjubel zurückgehalten vor der Kickers-Kurve. Das gehört sich so. Es freut mich natürlich, dass ich mit dem Treffer meinem Team helfen konnte. Die Emotionen sind heute nicht so hochgekocht wie im Pokalmatch auf der Waldau, das Spiel hatte einen ganz anderen Charakter. Wir wollen jetzt weiter unsere Hausaufgaben machen. Am 22. April wartet dann im direkten Duell in Großaspach ein Sechs-Punkte-Spiel auf uns.“