Radfahrer aus ganz Baden-Württemberg demonstrieren in Stuttgart für ihre Rechte. Rund 6000 Teilnehmer werden zur Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz erwartet – per Rad.
Am Sonntag, 21. September, übernehmen nicht die Kinder das Kommando, sondern die Radfahrer – zumindest auf den Bundesstraßen in der Region Stuttgart. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) lädt nach sechs Jahren Pause wieder einmal zur Sternfahrt ein. Laut Veranstalter sollen voraussichtlich rund 6000 Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen in die Landeshauptstadt zur Abschlusskundgebung gegen 15.45 Uhr auf dem Schlossplatz rollen. Dafür werden einige Bundesstraßen zeitweise gesperrt.
Politischer Protest für sichere Radwege
Die Sternfahrt unter dem Motto „Ab aufs Rad! Gemeinsam sicher ankommen“ ist für den ADFC-Landesvorsitzenden Matthias Zimmermann sowohl politischer Protest als auch erlebbare Verkehrswende: „Wir brauchen endlich sichere Radwege an Bundesstraßen – nicht nur einmal im Jahr. Radfahren muss für alle möglich sein, sicher, komfortabel und selbstverständlich“.
Zwölf Routen mit einer Länge von mehr als 400 Kilometern
Davon, wie das aussehen soll, können sich die Teilnehmer selbst ein Bild machen. Denn bei der ersten Sternfahrt in der Region seit 2019 übernehmen die Radfahrer die Hauptverkehrsachen der B10 und B14. Aber nicht nur da. Schließlich soll sich die Demonstration laut ADFC auf weite Teile Baden-Württembergs erstrecken.
An 40 Treffpunkten können Radbegeisterte auf zwölf Routen auf weit mehr als 400 Kilometer Länge an den Start gehen. Unter anderem in Heilbronn, Heidelberg, Weissach, Markgröningen, Bietigheim-Bissingen, Schwäbisch Gmünd, Kirchheim/Teck, Ostfildern und Nagold – der früheste Start erfolgt um 7.30 Uhr in Karlsruhe. „Es kann überall auf der Strecke eingestiegen werden“, sagt ADFC-Pressesprecher Tobias Husung.
Diese von der Polizei bereits eskortierten Etappen münden in den acht offiziellen Zubringern in Weil der Stadt (11.15 Uhr), Ludwigsburg (13.15 Uhr), Backnang (11.15 Uhr), Schorndorf (11.15 Uhr), Göppingen (10.30 Uhr), Reutlingen (9 Uhr), Filderstadt (11.45 Uhr) und Sindelfingen (12.45 Uhr). Weitere Startpunkte gibt es zudem in Stuttgart in Bad Cannstatt (12.10 Uhr), am Ostendplatz (12.30 Uhr) und am Marienplatz (12.30 Uhr).
Sperrungen auf der B10 und B14
Bevor es dann endgültig in die Stuttgarter Innenstadt geht, sammeln sich die Teilnehmer – teilweise mit Zwischenkundgebungen – in Waiblingen um 13.15 Uhr, Esslingen um 13.45 Uhr, am Stuttgarter Pragsattel um 14.45 Uhr und in Vaihingen um 14.15 Uhr. Von dort aus geht es dann mit einer Polizeieskorte in einer großen Kolonne über die B10 und B14 durch den Kappelbergtunnel, durchs Neckartal, den Rosensteintunnel und den Heslacher Tunnel in Richtung Innenstadt.
„Daher wird es laut Polizei auch zu temporären Sperrungen auf diesen Haupteinfallstraßen kommen“, sagt Husung. Verkehrsteilnehmer sollten diesen Bereich daher zwischen 14 und 15.30 Uhr wenn möglich großräumig umfahren.
Politik-Prominenz auf dem Schlossplatz
Die Teilnehmer werden gegen 15.30 Uhr am Stuttgarter Schlossplatz erwartet, wo gegen 15.45 Uhr die zentrale Abschlusskundgebung stattfinden wird. Als Redner sind unter anderem Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Grüne), der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger und der ehemalige Bundes-Landwirtschaftsminister und Grünen-Landtagsspitzenkandidat Cem Özdemir sprechen. Zudem gibt es ein Gespräch mit den verkehrspolitischen Sprechern im Landtag Silke Gericke (Grüne) und Cornelius Hummel (FDP) sowie dem Bundestagsabgeordneten Luigi Pantisano (Die Linke).
Und auch die Kleinsten kommen auf ihre Kosten: Um 15 Uhr startet eine Rundfahrt der Fahrradinitiative Kidical Mass am Kronprinzplatz und führt ebenfalls zum Schlossplatz. Die Besonderheit: „Die Kinder dürfen letzteren noch einmal umrunden“, sagt Husung.
Infos unter www.bw.adfc.de/sternfahrt