Daimler zahlt hohe Abfindungen, um Mitarbeiter zum Gehen zu bewegen. Foto: dpa/Marijan Murat

Der Stuttgarter Daimler-Konzern will Stellen abbauen – auch mit hohen Abfindungen. Der Betriebsrat kritisiert den Druck, der beim Stellenabbau auf Mitarbeiter ausgeübt wird.

Stuttgart - Der Stuttgarter Daimler-Konzern versucht, den geplanten Personalabbau durch hohe Abfindungen für die Mitarbeiter voranzubringen. In einer Modellrechnung für Führungskräfte, die unserer Redaktion vorliegt, wird am Beispiel eines 35-jährigen Mitarbeiters, der brutto 9136 Euro im Monat verdient und spätestens sechs Monate nach dem Erstgespräch unterschreibt, eine Prämie inclusive „Placement“ von 418 502,46 Euro in Aussicht gestellt. Für einen 35-Jährigen mit einem Einkommen von 7027 Euro wird eine Abfindung von 111 828,32 Euro errechnet. Das Placement soll die berufliche Neuorientierung unterstützen.

Kein Spielraum für Verhandlungen

In dem Schulungspapier wird Führungskräften nahegelegt, bei Trennungsgesprächen mit Mitarbeitern jeden Eindruck zu vermeiden, dass es Spielraum für Verhandlungen gebe und auch Druck aufzubauen.

Das geschilderte Vorgehen stehe „im krassen Widerspruch zu den Betriebsvereinbarungen und ist sofort zu unterlassen“, schreiben Carmen Klitzsch-Müller, Chefin des Betriebsrats Zentrale, und ihr Stellvertreter Bernd Öhrler an die Mitarbeiter. Der Gesamtbetriebsrat fordert sogar einen Stopp der Abfindungsangebote zum jetzigen Zeitpunkt. Stattdessen sollte man sich auf Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation konzentrieren.

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