Siggi Mayer aus Hessigheim will seinen Wein in einer Weinberghütte anbieten. Foto: Simon Granville

Durch die Steillagen-Förderung kommen weitere Geräte hinzu. Eines davon, in Hessigheim, wird sogar per Fotovoltaik autark laufen.

Ganz klar: Die Sache mit den Automaten boomt. Ob Grill-Utensilien, Apfelsaft, Nudeln, Eier, Kartoffeln, Milch . . . Viele Dinge des täglichen Bedarfs sind inzwischen per Knopfdruck und ganz ohne Ladengeschäft rund um die Uhr erhältlich. Auch Wein.

 

Im Landkreis Ludwigsburg hatte Andreas Roth vom Bioweingut Forsthof in Kleinbottwar schon im vergangenen Jahr als einer der ersten in ein solches, rund 20 000 Euro teures Gerät investiert. Auch am Monrepos-See in Ludwigsburg steht seit wenigen Wochen ein Automat: der „Herzog to go“ vom Weingut Herzog von Württemberg.

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Weitere Automaten werden demnächst folgen. Etwa bei den Weingärtnern Marbach, die den ihren schon längst bestellt haben, und der schon um Ostern hätte geliefert werden sollen. Aber noch ist bei den Marbachern Warten angesagt. Ebenso in Mundelsheim. In etwa sechs Wochen soll das Gerät am Käsbergkeller der Lauffener Weingärtner ankommen, hofft Verkaufsleiterin Sonja Schult. Aufgestellt werden soll der Automat dann an der Rampe an der Kellerei in der Heinrich-Maulick-Straße.

Enthalten wird er Wein, Gläser und Knabbereien, aber auch ganze Weinkartons sowie Geschenkkörbe. „So verlängern wir indirekt unsere Öffnungszeiten“, erklärt Sonja Schult die Beweggründe für die Anschaffung. Und praktisch für Spaziergänger und Wanderer, die rund um Mundelsheim unterwegs sind, sei das ja allemal.

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Praktisch für den Käsbergkeller ist indes, dass sie den Weinautomaten sogar gefördert bekommen – und zwar vom Verein Regionalentwicklung Neckarschleifen. Er fördert Kleinprojekte, die der Erhaltung des Steillagenweinbaus und der Weinkulturlandschaft dienen. Das Geld kommt zu 90 Prozent aus dem Regionalbudget und zu zehn Prozent von den elf Mitgliedskommunen des Neckarschleifen-Vereins. Der Förderrahmen für den Mundelsheimer Wein-Automaten liegt bei 80 Prozent.

Ebenso wie bei dem vom Weingut Siggi im benachbarten Hessigheim. Siegfried Mayer, der den kleinen Betrieb 2014 gegründet hat, wird seinen Automaten aber nicht direkt am Betrieb aufstellen, wie es die meisten seiner Kollegen tun. Sein Plan ist es stattdessen, eine alte, nicht mehr genutzte Weinberghütte am Felsengartenweg „zeitgemäß umzufunktionieren“.

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Dort, wo jetzt die Türe ist, soll die Front des Automaten sein. Der Clou: Durch eine Photovoltaikanlage wird das Ganze komplett autark betrieben. Das sei auch für den Automatenbauer ein Novum gewesen, deshalb wird es auch noch ein Weilchen dauern, bis das Gerät in der Backsteinhütte installiert ist. Im Winter soll es dann soweit sein.

Den Standort in den Felsengärten am Rande des Weges hält Siggi Mayer für super, direkt am Betrieb hätte er einen Automaten unpersönlich gefunden. Dort wo er jetzt hin soll, könnten Spaziergänger auf dem Heimweg noch ein Fläschchen Steillagenwein für zuhause mitnehmen. Ob es auch Gläser geben soll, darüber will Mayer noch nachdenken. Letztlich würde er damit fördern, dass der Wein gleich in den Felsengärten konsumiert wird, was ihm der Natur wegen gar nicht so recht wäre.