Bis am Wilhelmsplatz im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt neue Wohn- und Geschäftshäuser entstehen, dauert es länger als gedacht. Dies sind die Gründe.
Städtebaulich lässt der Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt zu wünschen übrig. Besserung verspricht sich die Stadtverwaltung nach dem Abriss des Kaufhof-Gebäudes 2022/23 vor allem durch das Neubauprojekt der LBBW Immobilien, die das 4000 Quadratmeter große Grundstück Anfang 2023 erworben hatte.
Zeitplan konnte nicht gehalten werden
Unter dem Projektnamen BC.eins will das Unternehmen in einer Schlüssellage zwischen der Bad- und Marktstraße einen modernen Gebäudekomplex errichten, der sich dennoch harmonisch in die historische Altstadt einfügen soll. Der Bauantrag sollte eigentlich im Sommer 2025 gestellt werden, der Baubeginn war für Anfang 2026 geplant. Mit der Einweihung wurde seitens des Investors mit Ende 2027 gerechnet. Doch dieser ambitionierte Zeitplan konnte nicht gehalten werden.
„Wir planen, den Bauantrag jetzt Mitte 2026 einzureichen“, sagt LBBW-Sprecherin Aleksandra Boländer. Die Fertigstellung des BC.eins sei jetzt für Anfang 2029 geplant. Eine doch erhebliche Verzögerung um gut ein Jahr, die jedoch gute Gründe habe.
Nach Abschluss des Architektenwettbewerbs, den Baumschlager Eberle Architekten aus Berlin gewonnen hatten, wurde laut den LBBW-Projektplanern der Siegerentwurf weiterentwickelt und in Abstimmung mit der Stadt überarbeitet. Dieser Prozess habe mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich vorgesehen – was jedoch bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung jedoch nicht ungewöhnlich sei.
Zur Badstraße hin verfügt der erste Baukörper über vier Vollgeschosse plus ein Staffelgeschoss, während der zweite in Richtung Wilhelmsplatz mit einem zusätzlichen Vollgeschoss auf insgesamt fünf Vollgeschosse zuzüglich Staffelgeschoss kommt und die dortigen Gebäudehöhen aufnehmen soll.
Planungsprozess noch nicht abgeschlossen
„Sowohl unser eigener Anspruch als auch die Erwartungen der Menschen in Bad Cannstatt richten sich auf eine hohe gestalterische und städtebauliche Qualität“, so die Pressesprecherin. Mit der Überarbeitung werde die LBBW Immobilien beidem gerecht und sie rechtfertige die Verzögerungen.
Was das genaue Nutzungskonzept angeht, so kann aktuell noch nichts Konkretes gesagt werden. „Unser Planungsprozess ist in den letzten Zügen und wir arbeiten noch einige Feinheiten aus“, so die Sprecherin. Einzelne Themen werden derzeit noch mit dem Baurechtsamt besprochen.
Gesetzt waren bisher ein großer Lebensmittelmarkt, die Filiale der BW Bank, die aktuell in der Seelbergstraße ihren Interimsstandort hat, Büros, Arztpraxen sowie Gastronomieflächen, die zur Belebung des Standorts beitragen sollen. In der Tiefgarage werden etwa 30 bis 35 Stellplätze zur Verfügung stehen. Auch sind in den oberen Stockwerken Wohnungen geplant. Was das Investitionsvolumen angeht, so will der Bauherr weiterhin keine Angaben machen.