Weil die Busspur wenig später endet und die Busse an der Ostendstraße nach links abbiegen müssen, wird sie kaum genutzt. Foto: Sebastian Steegmüller

Rund fünf Jahre nach Einführung der Busspuren in der Wagenburgstraße baut die Stadt einen Teil zurück. Die Fahrer der Linienbusse meiden den Fahrstreifen.

Die Stadt Stuttgart revidiert ihre Verkehrsplanung in Stuttgart-Ost: Ein Abschnitt der Busspur in der Wagenburgstraße wird zurückgebaut und wieder zu Parkplätzen umfunktioniert. Rund fünf Jahre zuvor waren dort – im Zuge einer vom Regierungspräsidium Stuttgart zur Luftreinhaltung und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV angeordneten Maßnahme – in zwei Schritten insgesamt 45 Stellplätze weggefallen, um Linienbussen der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ein schnelleres Vorankommen zu ermöglichen.

 

Kunden des Döner-Imbisses parken auf Busspur

Betroffen ist die Busspur zwischen Wunnensteinstraße und Ostendstraße. Sie wird nicht von Bussen genutzt, sondern dient in erster Linie Paketboten, Lieferanten und Kunden des dort ansässigen Döner-Imbisses zum kurzzeitigen Parken. Damit ist bald Schluss. Dieser Bereich wird zurückgebaut. Gegenwärtig werden die notwendigen Schritte geplant. Voraussichtlich bis zum kommenden Sommer werden auf der freigegebenen Fläche drei Carsharing-Stellplätze, acht Radbügel, eine Ladezone und 16 Parkplätze eingerichtet. „Die Entscheidung wurde in enger Zusammenarbeit mit der SSB und dem Bezirk getroffen“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger.

Kaphaltestelle unterbricht Busspur

Doch weshalb bewährte sich dieses Teilstück nicht? Der Grund ist die im Jahr 2016 errichtete, barrierefreie Haltestelle Wunnensteinstraße. Es handelt sich um eine vorgelagerte Kaphaltestelle, für welche die Busspur unterbrochen wird. Busfahrer müssten nach dem dortigen Stop nach rechts zurück auf die Sonderfahrspur wechseln, um sich bereits nach 180 Metern erneut in den normalen Verkehr einzufädeln. Schließlich biegen sie wenig später nach links in Richtung Ostendplatz ab. Die Evaluation ergab, dass die Busfahrer sich dieses umständliche Manöver selbst bei Stau meist ersparen, da der Abschnitt ohnehin in ein bis zwei Ampelumläufen passierbar ist – selbst vor VfB-Spielen oder in Frühlings- und Volksfestzeiten.

Dennoch verbuchen die Verantwortlichen den Verkehrsversuch als Erfolg. Die stadteinwärtige Busspur etwa, bestätigt ein Stadtsprecher, habe die Pünktlichkeit der Buslinien 40 und 47 deutlich verbessert und werde nun dauerhaft beibehalten. Vor ihrer Einführung kamen die SSB-Fahrzeuge auf der rund 500 Meter langen Strecke zum Wagenburgtunnel regelmäßig aus dem Takt – Verspätungen von bis zu zwölf Minuten waren die Folge. Auch der übrige Teil der stadtauswärtigen Busspur habe sich laut Stadtsprecher bewährt.