Itzak Sandoval vom SV Vaihingen ist der Spieler der Woche. Foto: privat

Itzak Sandoval wuchs auf US-Militärstützpunkten in Japan und Deutschland auf und spielte in der höchsten College-Liga. Nun begeistert er in Vaihingen – und blickt auf höhere Ziele.

Eine Oberschenkelverletzung hatte den Winterneuzugang Itzak Sandoval anfangs ausgebremst. Mit seinem ersten Startelfeinsatz Mitte April kam der 20-Jährige dann in der Fußball-Bezirksliga an. Seither feierte er mit seinem Verein SV Vaihingen drei Siege in vier Spielen – nicht zuletzt dank ihm. Vorläufiger Höhepunkt: Am vergangenen Sonntag beim beeindruckenden 6:1-Erfolg gegen den Spitzenreiter ASV Botnang steuerte der junge US-Amerikaner zwei Torvorlagen und einen Treffer bei. Damit ist er unser „Spieler der Woche“.

 

„Ich glaube, viele Vereine würden für so einen Typ Spieler viel Geld ausgeben“, sagt sein Trainer Tim Schumann, „ein Geschenk, dass er bei uns spielt.“ Zustande kam der Transfer eher durch einen Zufall und zudem persönlichen Kontakte zum Flügelspieler.

Sandoval wurde in Texas geboren, lebte wegen des Jobs seines Vaters beim US-Militär jedoch zunächst nie in den USA. Bevor seine Familie vor zwölf Jahren auf den US‑Militärstützpunkt Patch Barracks in Vaihingen zog, wuchs Sandoval in Japan auf. „Als ich hier herkam, musste ich mich erst an das Leben hier gewöhnen“, erzählt er. Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit dem deutschen Titelgewinn entfachte seine Liebe zum Fußball. In seiner ersten Zeit in Stuttgart spielte er bereits in der Jugend für den SV Vaihingen. Damals habe er viel über die hiesige Lebensart gelernt, erzählt Sandoval, der bis heute jedoch nur wenig Deutsch spricht.

Dank eines Stipendiums wechselte er 2024 für sein Geschichtsstudium an die La Salle University, eine katholische Universität in Philadelphia – und spielte auch dort Fußball. In seiner ersten Saison in der höchsten amerikanischen Universitätsliga kam Sandoval nur auf vier Einsätze. In der Runde darauf lief er für die La Salle Explorers 14-mal als Einwechselspieler auf. Ein Einschnitt folgte im Spiel gegen die George Washington University: Sandoval brach sich den Fuß und entschied sich, für ein Praktikum an der Vaihinger Militärbasis nach Deutschland zurückzukehren.

Seit der Rückrunde läuft er für das Vaihinger Bezirksligateam auf und kommt in acht Spielen auf drei Treffer und sieben Torvorlagen. „Er ist eine richtige Maschine“, sagt der Trainer Schumann. Vom Spielertypen her vergleicht er den Rechtsaußen am ehesten mit Arjen Robben. „Mit seiner Technik, seinem Tempo und Einsatz könnte er problemlos mindestens eine Liga höher spielen“, urteilt Schuhmann.

Sandoval selbst, der am amerikanischen College auch als Kicker und Punter im American-Football-Team spielte, sagt: „Für die Zeit nach meinem Studium träume ich davon, in Europa Fußball zu spielen.“ Und zwar nicht nur auf Stuttgarter Bezirksebene, sondern auf einer größeren internationalen Bühne. Es sei „der Traum jedes Kindes, auf hohem Niveau Fußball zu spielen“.

Im Sommer zurück in die USA

Zunächst wird es für ihn im Sommer aber zurück zum Studium in die USA gehen – dies sehr zum Bedauern beim SV Vaihingen.