Zwei Freunde aus Plattenhardt und Schönaich haben ein eigenes Spiel entwickelt und dafür einen Spieleverlag gegründet. „Arguments of Manipulation“ soll nun durch eine Crowdfunding-Kampagne auf den Markt kommen.
In einem fernen Universum in der Zukunft: Sowohl die Loyalisten als auch die Rebellen beanspruchen den Senat für sich. Entweder gehörst du zu den Loyalisten und willst die aufkeimende Rebellion in deinen Reihen zerschlagen, oder du bist ein Rebell mit dem Ziel, die korrupten Loyalisten zum Rücktritt zu zwingen. Doch wer ist wer? Das herauszufinden, dies ist das Ziel des Kartenspiels „Arguments of Manipulation“.
Entwickelt haben es zwei Freunde: Timo Braun, 31 Jahre alt aus Plattenhardt, und Tayo Braun, 26 aus Schönaich. Trotz des gleichen Nachnamens sind sie nicht verwandt. Sie haben sich an der Hochschule kennengelernt, wo der Jüngere von beiden in einer Vorlesung des Älteren zum Thema KI saß. Das Duo hat sich angefreundet – und festgestellt, dass es eine Leidenschaft teilt. Beide Brauns sind echte Spielefans. „Nach Corona war die Idee: Wie kriegt man die Leute wieder zusammen?“, sagt Timo Braun. Mit dem, was auf dem Markt gewesen sei, sei er nicht komplett zufrieden gewesen. Also habe er sich an die Entwicklung eines eigenen Spiels gemacht.
Herausgekommen ist ein sogenanntes Social-Deduction-Game, bei dem es darum geht herauszufinden, wer welche Rolle spielt. „Wer ist Freund, und wer ist Feind?“, sagt Timo Braun. Der Look und das Setting sind laut der beiden Schöpfer irgendwo zwischen Star Wars und Dune angesiedelt. Während die Ideen zum Spielverlauf und den Regeln von Timo Braun kamen, hat Tayo Braun die grafische Gestaltung der Karten, der Homepage insightfulgames.de des eigens dafür gegründeten Spielverlags mit Sitz in Plattenhardt und auch eines Videos zum Spiel übernommen, das auf der Website zu sehen ist. „Er ist das Brain, ich bin das Werkzeug, das umsetzt“, sagt er.
Zwei Prototypen gibt es aktuell. Wenn es nach den Erfindern geht, soll das Gruppenspiel jedoch bald auf den Markt kommen. Dafür starten sie eine Crowdfunding-Kampagne über die Plattform Kickstarter. Ziel: ein Startkapital von 3500 Euro. Von „Arguments of Manipulation“ sind die beiden überzeugt. Es benötige keinen Spielleiter, der sich komplizierte Details merken müsse. Außerdem sei es auch für große Gruppe zwischen fünf und 20 Personen geeignet. „So ein Spiel bringt alle Generationen zusammen“, sagt Timo Braun. An der jungen Zielgruppe getestet hat er das Spiel ebenfalls schon, nämlich bei einer Sommerfreizeit des Kampfsportvereins, den er gegründet hat.
Die beiden jungen Männer betonen: Reich werden wollen sie mit ihrer Idee nicht. Ihnen gehe es um das Gesellige und das Gemeinschaftserlebnis – in Schulklassen, auf Familienfeiern oder in Jugendhäusern. „Wenn wir auch nur ein paar Vereine haben, die es am Lagerfeuer spielen, sind wir happy“, sagt Timo Braun. Sein Kompagnon ist ausgebildeter Jugend- und Heimerzieher, und ihm geht es auch darum, junge Leute weg vom Handy und den sozialen Medien zu bekommen. „Du bist bei dem Spiel gezwungen, mit anderen zu reden“, sagt Tayo Braun. Und kreatives Potenzial hat das Duo auch noch. Zwei weitere Spiele existieren zumindest bereits als Idee. Eines spielt im gleichen Universum wie „Arguments of Manipulation“, das andere ist ein Rätselspiel.